Eine Flut an Souvenirs bedeutet eine Flut an Erinnerungen!

Nach meiner Ankunft Anfang Juni gab es natürlich die eine oder andere Überraschung: Man zahlt mit Euro, die Menschen sprechen Deutsch, man selbst fragt aber intuitiv noch auf Englisch nach dem Weg, wie die deutsche Studentin Lisa, 22, die drei Monate in Australien war und jetzt ihre Muttersprache vergessen hat… Außerdem sind die Verkehrsmittel unpünktlicher denn je und man darf daheim erstmal ein paar Pakete öffnen.

Pakete öffnen?

Richtig!

Denn während meiner Reise habe ich dann doch immer mal wieder ein kleines oder großes Souvenir gekauft. Schnell wurde aber mein Rucksack bzgl. des Volumens und des Gewichtes zu voll, sodass ich mich dazu entschieden habe, in Singapur, Sydney und Auckland jeweils ein Paket Richtung Heimat zu schicken. Zu Beginn waren in diesen Paketen auch Dinge, die ich zwar aus Ulm mitgenommen hatte, bis dato aber nie wirklich gebraucht oder vermisst hatte, wie beispielsweise Reiseführer, sodass auch dieser unnötige Ballast zurück nach Hause ging. Auf diese Weise habe ich jedesmal grob fünf Kilogramm nach Deutschland versand – exklusive der letzten Ladung, die ich eigenhändig im Rucksack transportierte, und ein paar Kleinigkeiten, die Adrian aus Fiji mit nach Regensburg genommen hat, sowie des Didgeridoos, welches ja vom Händler separat versandt wurde.
Nach guten neun Monaten weiß man aber gar nicht mehr so richtig, was man denn eigentlich alles in diese Pappboxen gepackt hat. Deswegen war ein jedes kleines Paket zu öffnen eine Überraschung: fast so wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. In diesem Beitrag widme ich mich also den materiellen Mitbringseln aus den verschiedensten Winkeln dieser Erde, einfach nur, weil ich immer noch von so gut wie 90% meiner Käufe überzeugt bin 😉

Doch hier ersteinmal eine kleine Übersicht meiner erstandenen Erinnerungshilfen:

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Zu sehen sind hier u.a.:

  • Ein weinrot gemustertes Shirt aus Vietnam, das ich mir in Sapa auf der Reisfeldwanderung mit der bezaubernden Chloe aus Frankreich gekauft hatte – nicht weil es mir an jeder Ecke aufgedrängt wurde, sondern weil es mir irgendwie gefallen hat. Und rot meine Farbe ist.
  • Ein blaues T-Shirt mit eine gelben Aufdruck „San Francisco“ aus – naja, San Francisco. Ein schönes Shirt mit guter Passform und zugleich ein Souvenir mit Nutzen. Georgia und Jim boten mir hier ihr Heim für über eine Woche, kümmerten sich unheimlich gut um mich und ermöglichten mir eine unkomplizierte Erkundung San Franciscos.
  • Ein graublaues Shirt mit einem bunten Elefantenaufdruck und dem Schriftzug „Cambodia“ erstand ich von einem sehr kleinen, dezenten Händler zwischen den Ruinen in Angkor Wat, weil er eben nicht zu aufdringlich und der Preis absolut nicht der Rede wert war.
  • Ein graues T-Shirt mit blauer Stickerei des Logos des Royal Flying Doctor Services gab es für mich in Alice Springs im hiesigen RFDS Museum/Shop. Diese Organisation hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt, sodass ich mit diesem Shirt immer daran erinnert werde, wo ich vielleicht mal anfangen könnte zu arbeiten 😉 Die zugehörige dunkelblaue Mütze wurde mir ja leider in Neuseeland geklaut…
  • Ein dunkelblaues T-Shirt aus Byron Bay – dem chilligen Surferparadies der Ostküste Australiens. Hier trieb mich einfach die Lust nach einem Andenken – als ich dann diesen kleinen schnuckeligen Laden gefunden hatte, der eben auch Shirt außerhalb des typischen Tourismus‘ zum Verkauf anbot, wurde ich schnell fündig. Meine Größe gab es nur noch einmal, dazu auch noch einen kleinen Rabatt – win win. Als Endpunkt der klassischen Ostküstentour erinnerte ich mich hier an den weißen Sand der Whitsundays oder die spaßige Sandinsel Tour auf Fraser im Jeep voller Engländer und am Strand mit Dänemark.
  • Ein blauschwarzes T-Shirt mit einem verspielt-mezmerizing Muster in hellblau aus Fiji – genauer gesagt aus Pacific Harbour, wo Adrian und ich den absolut beeindruckenden Shark Dive absolviert haben.
  • Ein creme-weißes Hemd von der Nai’a. Wenn man schonmal so einen atemberaubenden Urlaub auf einem Tauchboot macht, wenn dort alles so hervorragend ist und wenn das alles auch noch die erste Erfahrung dieser Art ist, dann gönnt man sich eben diesen Merch-Artikel – weit geschnitten im lässigen 80er Look ist dieses Hemd definitiv ein chilliges Sommerkleidungsstück.
  • Eine graue, warme und gemütliche Fleecejacke aus Neuseeland, mit dem Nationalwappen, den Farn, aufgestickt. Jeden einzelnen DOC-Wandershop und Souveniershop habe ich abgesucht, bis ich dieses nicht mehr so häufig zu findene Modell in meiner Größe, für mein Geschlecht und in einer passenden Farbwahl gefunden habe. Im Endeffekt wurde ich in Auckland fündig, also ganz am Ende meiner Reise in Neuseeland, erinnern wird mich dieses Fleece aber v.a. an den Kepler Track, wo es mich dann doch ziemlich mit der Kälte erwischt hat.
  • Hier muss ich auch die Merino-Schafswolle Socken aus Neuseeland erwähnen. Diese fünf Paar holte ich mir direkt am ersten Tag in Christchruch auf einem lokalen Markt, den ich mit der spontan wieder getroffenen Maggy aus Frankreich besuchte – sie habe ursprünglich in Ha Noi kennengelernt. Immernoch mehr als überzeugt vom Preis dieser Socken habe ich vier Paar für den Gebrauch in Deutschland geschont und nie getragen und das fünfte Paar auf der einen oder anderen Wanderung in Neuseeland vermutlich überstrapaziert. Vorne mit dabei: der heftige Climb auf den Avalanche Peak.
  • Eine blauschwarze Wollmütze, ebenfalls mit dem Neuseelandfarn aufgestickt. Nach dem Verlust der RFDS Mütze war diese nun das Mittel der Wahl bei einem kalten Kopf am Morgen, am Abend oder auf dem Berg zum Sonnenaufgang beim Routeburn Track mit Lisa.
  • Doch hier hat sich nach einige Wochen nach meiner Rückkunft eine kleine Überraschung ergeben: eines Tages kam ein Großbrief an. Darin fand ich dann ein neues Exemplar der RFDS Mütze! Ich hatte völlig vergessen, dass ich nach Verlassen Alice Springs und Verlust der Mütze in Neuseeland einen deutschen Traveller über Facebook bat, mir ein neues Exemplar zu kaufen und per Post zukommen zu lassen. Um teure Versandkosten zu umgehen hat er einfach gewartet, bis er selbst zurück in Deutschland war und mir dann eine längst vergessene Freude bereitet!
  • Eine knallorange Bommelmütze mit den Landesfarben der Niederlande rundum erinnert mich an die zehn Tage in Sydney: perfekte Weihnachts– und Stadtmomente mit Mareike und Allen sowie ein knalliges Silvester mitsamt des New-Years-Dive unserer Nachbarn.
  • Ein blaues Cap mit in geschwungender Schrift geschriebenen erhabenen Stick von „San Francisco“ – die vermutlich fünfte Kopfbedeckung zum Schutze meines schütteren Haupthaares erstand ich in San Fran am Pier 39. Dieses Cap hat mir besonders gefallen, sodass ich von nun an auch besonders Acht gegeben hatte, und tatsächlich: es hat es bis zurück nach Ulm geschafft!
  • Ein weißes Tank Top vom Pub Crawl des Hostels in Siem Reap – white rabbit – der Start meiner Reise, an den ich mich gerne erinnere. Hier lernte ich Gen aus Neuseeland kennen mit der ich konstant Kontakt hielt, hier schlenderte ich über den Kunstmarkt und hier war ich leider bzw. glücklicherweise das einzige Mal auf meiner Reise krank.
  • Ein schwarzes Tank Top vom Tauchen auf der Insel Koh Rong in Kambodscha. Ein spontanes Wiedersehen mit Francesca aus Chile in der Djungleskybar und spannende Wanderungen völlig underequipped poppen mir hier ins Gedächtnis.
  • Ein dunkelrot-schwarz gemusterter Schal aus Guatemala, angefertigt von Maya-Frauen mit natürlicher Baumwolle sowie Farben. Gekauft am Ort des Homestays am Lake Atitlan in Guatemala, wo mich eine Erica zum ersten Mal mit ihrer offenen Art und Sprachversiertheit beeindruckt hat – das Baumwollspinnen muss sie allerdings noch üben 😉 Zwar hatte ich diesen Schal beim Erklimmen des 4000er Acatenango noch nicht, hätte ihn aber dort bestimmt getragen!
  • Ein Orange-Blau knallig mit Blumen verziertes Tuch aus Fiji, das die dortigen Männer als „Rock“ tragen – allerdings darf man es nie als Rock bezeichnen. In diesem traditionellen Gewand haben wir das kleine Dorf Somosomo besucht, Cava mit dem Chief getrunken und die unglaublich warme und gastfreundliche Art der Fiji-aner erleben dürfen.
  • Ein schwarz-braun-grau gestreiftes Strandtuch aus Mexiko habe ich deswegen in meinen Besitz genommen, da ich in Playa del Carmen mein Tag nahezu ausschließlich am Strand mit Joe im Legend-Style verbrachte. Drei Dollar sind auch nicht zu viel für diese strapazierbare Decke. Außerdem wurde das wohl Ideellste, nämlich Ericas und meine 1$-Note, ja an die Wand der Daiquiri-Bar gehängt.
  • Ein Hochglanz-Buch über Mittelerde. Natürlich aus Neuseeland. Was soll ich dazu noch sagen? Ich könnte jeden Beitrag verlinken, da dieses Land einfach so photogen ist, jedoch entscheide ich mich für den wohl glücklichsten und aufwändigsten Fotospot meiner dortigen Reise: Mt. Taranaki.
  • Eine Flasche Tequila Herradura Reposado. Im Duty Free in Cancun erstanden, nachdem ich vier Shots zum Vergleich trinken musste, stellt diese Flasche einen kleinen Wendepunkt dar: eigentlich mag ich nämlich weder Tequila, noch als Shots, noch warm, jedoch revolutioniert dieser all diese Ansichten. Das heißt, man kann ihn als warmen Shot ohne Salz oder Zitrone nicht nur überleben, sondern auch genießen.
  • Ein künsterlisches Bild einer asiatischen Frau mit klassischem Strohhut angefertigt von Invaliden des Vietnamkrieges mittels kleiner Muschelbruchstücke. Diese werden mit Pinzetten und stundenlanger Arbeit fein säuberlich und akribisch genau auf einer Platte angeordnet, mit Pinsel und Farbe verfeinert und dann mittels einer Plastiklaminierung fixiert – sehr schön!
  • Ein kleines Glas mit etwas Sand. Woher dieser Sand stammt, werde ich aber nicht verraten, eines sei aber gesagt: er ist feuerrot.
  • Ein Weizenbierglas aus Los Angeles – dieses gab es gratis zu meinem Abschiedsessen am berühmten Pier Santa Monica in Bubba Gumps Shrimp Co. dazu. Immer wenn ich hieraus ein Bierchen trinken werde, werde ich lebhaft in Erinnerungen an Monument Valley, der Forrest Gump Szene und an Santa Monica und Venice Beach schwelgen. Dass ich das Seafood leider nicht in mir behalten habe, mag wohl eine Ausnahme gewesen sein 😉
  • Ein Azteken-Kalender von Hand in Fishbone-Raisin gefräst – dieses Souvenier gibt es als billige Chinakopie in Form eines Plastikgusses quasi an jeder Ecke in Mexiko. Doch ich hatte irgendwie eine andere Vorstellung dieses schönen Wandschmuckes. Inspiriert Kerstins Einkauf vor einiger Zeit wollte ich mir auch so einen Kalender holen, da sich dieser hervorragend an eine weißen Wand als Deko macht und mich zugleich an die G-Adventures Reise in Zentralamerika erinnert, mit der ganzen Truppe all ihren Highlights, u.a. der Traumwelt ab einen bestimmten Reggaetonabend bis hin nach Playa del Carmen.
  • Zwei braune Keramikbecher. Langweilig? Nichts da! Diese Becher werden verwendet, um edles Mittelerde-Ale im Green Dragon zu Hobbiton auszuschenken. Diese Tour werde ich nie vergessen, doch lest selbst nochmal von jenen Gänsehautmomenten!
  • Eine kleine Schale aus Fiji zur Aufbewahrung meiner Jade-Amulette aus Neuseeland, die ich damals mit Lisa selbst geschliffen hatte und von welchen eines seit diesem Tag um meinen Hals hängt und mir auf sonderbare Weise Kraft und Ruhe gibt, wenn es an einem dieser beiden Dinge mangelt. Angefangen mit einem kleinen „oh, unsere Route ist ja ungefähr gleich“ am Mt. Cook haben Lisa und ich dann bis zum letzten Tag Neuseeland gemeinsam erkundet.
  • Eine schwarze Holzmaske aus Fiji, die durch die weißen Akzente wie der Aztekenkalender einen schönen Wandschmuck abgibt. Eher ein Verlegenheitskauf am Flughafen gibt es hierzu keine besonders spannende Geschichte, nur dass Fiji einfach eine geile Zeit war.
  • Ein Ring aus der Schale einer Kokosnuss. Eigenhändig von mir auf der Insel Long Beach in Fiji gebohrt, gesägt, geschliffen und gefettet. „Leider“ ist er etwas zu groß für den Ringfinger, jedoch passt er hervorragend über den Zeigefinger – hier bietet sich einhändiges nervöses daran Herumspielen an, bis ich ihn irgendwann fallen lasse und nicht mehr finde. In der Tat habe ich den Ring ja schon einmal verloren: Vergessen in der Dusche bei Jim und Georgia. Die beiden haben ihn allerdings gefunden und mir freundlicherweise per Post nach Deutschland geschickt – ein weiteres kleines Päckchen zum Öffnen 😉
  • Ein schwarz-braunes, ca. 140cm messendes, aus Eukalyptus gefertigtes, vom indigenen Künstler Midin verziertes Digeridoo. Das wohl teuerste Souvenir aus Australien, bzw. aus der ganzen Reise, jedoch auch das vielseitigste. Allein der Prozess, das passende Instrument zu finden, dauerte sehr lange. Dann die tatsächliche Kaufentscheidung hinsichtlich des Preises und der Lieferkosten – plus der bösen Überraschung vom deutschen Zoll nochmal 30% extra abgeknöpft zu bekommen. Jedoch war es das alles wert, da ich nun in Besitz eines Stückes Australiens bin, und wenn ich zu viel Zeit habe, kann ich meine Atemtechnik immer weiter üben, um vielleicht früher oder später ein passabler Digeridoospieler zu werden – dann kann ich jede Geschichte des aufregenden Roadtrips im roten Zentrum in einem röhrenden Klang nacherzählen. Hier ein kleiner Eindruck meiner bisherigen Skills, als ich das Digeridoo in Ulm ausprobiert habe:

 

 


Das ist ja dann doch eine ganz schöne Menge geworden. Doch gab es auch andere Anschaffungen, die ich nicht wirklich zu den Souvenirs zähle, die mir aber einiges, besonders was die Fotografie angeht, ermöglicht haben. So begleitete mich z.B. ab Sydney eine neue Sigma 10-20mm f3.5 Linse – angeschafft für die von mir sehnsüchtig erwartete Milchstraße über der Kirche des guten Hirten am Lake Tekapo oder über dem Grand Canyon – mitsamt eines neuen Stativs. Letzeres ging bei dem waghalsigen Hike im Zion Nationalpark leider zu Bruch, sodass ich mir dann in Santa Barbara ein neues geholt habe. Auf diese Weise erinnert mich dieses Stativ an die o.g. Wanderung, aber auch an die fette Springbreakparty in Santa Barbara, besonders an Line aus Dänemark. Eine weitere bleibende Errungenschaft ist meine PADI Wreck Diver Specialty, deren Kurs ich ja in Hawaii abgeschlossen habe, wo mir ebenfalls Line und Sanni den Aufenthalt um einiges memorable machten, wo ich Laia nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal wieder getroffen habe und wo man selbst auf der Hauptinsel ganz nette Hikes belaufen kann.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass ich eher ein Freund von Mitbringseln bin, die man auch benutzen kann – es sei denn, sie haben einen höheren künstlerischen Wert. Denn auf diese Weise benutzt oder sieht man diese Objekte immer wieder in seinem Leben und wird immer wieder an diese schöne Zeit erinnert – und wer weiß: jetzt denke ich bei dem einen oder anderen Souvenir an diese oder jene Geschichte, aber vielleicht ändert sich das und ich überrasche mich selbst mit neuen Erinnerungen, die ich schon verloren geglaubt hatte…

Darauf freue ich mich.

Und darauf kann sich auch jeder freuen, der mich in meinen zukünftigen Wohnungen besuchen wird und nichtsahnend fragt, woher denn eigentlich dieser Mayakalender komme.

Maya? Es ist ein Aztekenkalender, sieht man doch, und die Geschichte dazu ist die folgende…

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