Fox Glacier, Franz Josef Glacier per Heli und der Weg zum Abel Tasman Nationalpark

Der Morgen von Tag 23 hätte nicht besser sein können: klarer blauer Himmel mit strahlenden Sonnenaufgangsschein – kein Vergleich zum graurauhen Vortag. Perfektes Wetter für einen knapp einstündigen Helikopterrundflug! Die Company Fox Franz Heliservices buchte uns in einen der ersten Flüge des Tages:

Take off 0730h.

Zuvor gab es allerdings ein paar Sicherheitsrichtlinen, die mich dank der CH22 Erfahrungen in Ulm wenig überraschten – hier ging es vor allem darum, wie man sich einem Hubschrauber nähert und dass man im Radius der Rotorblätter zum Posieren für ein Foto nicht die Arme in die Luft streckt oder gar springt.

Ach ne.

Nun gut, es muss wohl mal was passiert sein, dass es extra erwähnt werden muss – Darwin Award könnte grüßen lassen. Irgendwann, nach einer kurzen Busfahrt zum Helipad, ging es dann auch mit drei anderen Reisenden in die Luft. Einfach ein schönes Gefühl, wie sich so ein Fluggerät in die Luft schraubt. Für wunderbare Aussichten über die Gletscher Fox & Franz Josef sowie Mt. Cook & Mt. Tasman mussten wir dann auch nicht lange warten.

Insgesamt hielt der Pilot die 650PS Maschine äußerst stabil in der Luft und drehte bei den wichtigsten Aussichten um 180°, damit alle an Board etwas sehen konnten. Auf Höhe Mt. Cook erwischten uns ab und an kleine Crosswinds – aber kein Grund zur Beunruhigung. Für die besten Fotos wäre natürlich der Platz im Cockpit am günstigsten gewesen, dieser war aber von einem SmartphoneFotografen“ belagert und kostete das gleiche wie unser Platz. Komisch, dass bei Opern, Kinos und anderen Events, bei denen es um die Sicht geht, sich schon lange ein System mit Preiskategorien etabliert hat 😉

Zum Ende des Fluges stand dann auch noch eine Landung auf dem Fox Glacier an. Der Landeanflug an sich hat mir schon sehr getaugt, ganz zu Schweigen von dem Umherwandern auf der Eisschicht und den atemberaubenden Aussichten!

Nach diesem Stop auf dem Eis war der Rückflug dann um einiges zügiger als der Hinflug, vermutlich weil wir ja jetzt alles gesehen haben 😉 allerdings hat die nun weiter aufgegangene Sonne das Farbenspiel nochmal verändert, sodass jeder auch bekannte View ein neuer war! In diesen spannenden Morgenminuten sind wir deswegen nach der Landung dann auch zügig zum Lake Matheson gefahren. Bereits auf dem Weg dorthin verzauberte die dampfende Morgenlandschaft:

Doch das Highlight war dann tatsächlich der nahezu windstille See mit dessen perfekten Spiegelungen und morgendlicher Dunstromantik:

Nach diesen beiden wirklich sehenswerten Events war es aber erst 10 Uhr, sodass noch der ganze Tag vor einem lag! Also entschlossen wir uns dazu, die jeweiligen Aussichtswalks zu den Gletschern auch noch zu laufen. Hier muss man allerdings sagen, dass diese nach einem Heliflug nicht mehr ganz so aufregend waren, da man aus Sicherheitsgründen zw. 750 und 1000 Metern Abstand zum eigentlichen Gletscherbeginn einhalten muss. Wirklich bemerkenswert waren allerdings die kleinen Markierungen schon auf der Zufahrtsstraße und entlang des Wanderweges mit Jahreszahlen, die anzeigten, wie weit und wann sich der Gletscher ürsprünglich erstreckte. Erschreckend war hier, wie enorm die Eismassen in den letzten 4-10 Jahren zurückgetrieben wurden…

Klimawandel ist laut unserem Superpräsidenten Trump ja eine Lüge, aber vielleicht sollte er mal eine kleine Wanderung hierher unternehmen!

Doch dann, am Franz Josef Aussichtspunkt ereignete sich der nächste überraschende Zufall: wir trafen Maxine, Benji und Max wieder! Klar, dass das ein Selfie werden muss und auch klar, dass wir wieder bisschen zusammen Reisen!

Diese gemeinsame Reise führte uns zu einer abgelegenen Campsite in der Region von Wanganui. Hier parkten wir unsere Autos in einer U-Form und begannen das Leben zu genießen. Beim gemeinsamen Abendessen stand Couscous mit Eiern, Champignons, Zucchini, Tomaten und Schinken auf dem Speiseplan. Was erstmal wild zusammengewürfelt klingt (wars auch) hat dann doch ziemlich gut zusammengepasst!

Im Anschluss gabs dann schon das erste Tui Dosenbier – für den anstehenden Autoverkauf von Lisa haben wir da dann auch gleich ein/zwei Fotos gemacht, um dem zukünftigen Besitzer von Louis den Kauf schmackhaft zu machen:

Gegen Abend waren wir dann tatsächlich immer noch alleine am Platz, was das ganze Dasein umso entspannter machte. Irgendwie droppte dann Maxine das Wort „Wizard“ wobei mir dann zugleich einfiel, dass ich ja Wizard dabei habe! Somit war die Abendplanung dann auch erledigt: Wizard in Campervan von Maxine & Max!

So klassisch Campinglike wie der Tag aufhörte, begann der nächste: Ausschlafen, über offene Fenster mit den anderen im Halbschlaf befindlichen Schmarrn labern, 80er Playlist bzw. ausschließlich Toto Africa laufen lassen, iiirgendwann aufstehen und genüsslich Rührei mit Schinken, Camembert und Kaffee schnabbulieren 🙂 ohne jegliche Eile brachen wir dann irgendwann im Viererkonvoi Richtung Hokitika auf, da es dort wohl erst die nächsten öffentlichen Duschen gäbe.

Gäbe.

Sie gibt es tatsächlich, doch sind wir kurz vor einer Schulklasse angekommen, die das Schwimmbad, in dem sich die Dusche befindet, angemietet hatte – also wars erstmal closed to the public. Macht aber nichts, gabs halt spontan Fish n Chips vom berühmten Porkys Takeaways – enorme Portionen, krosse Pommes und saftiger Fisch. So muss das sein! Im Anschluss an diese Schlemmerei fuhren MBM weiter nach Greymouth, Lisa und ich blieben erstmal in Hokitika, da ich von Eden erfahren habe, dass man hier sein eigenes Amulett aus Neuseeländischer Jade schleifen kann! Bisher haben einen diese Amulette überall verfolgt, preislich waren sie zw. 20$ und 200$ zu erstehen, doch sein eigenes selbst schleifen?

Das mussten wir tun!

Leider hatte die am Ort führende und einzige Werkstätte nur noch für den Folgetag etwas frei und war mit 190$ für Jade dann doch etwas teuer. Wir räumten uns erstmal bisschen Bedenkzeit ein. In dieser, am Strand spazierend und auf der leider nicht von Erfolg gekrönten Suche nach eigenen Jadesteinen, fand ich dann eine weitere Werkstatt im Internet, die den ganzen Spaß angeblich für nur 40$ anbot. Bei 11km Anfahrt dachten wir uns, kann man nichts falsch machen und fuhren mal hin. Vor Ort landeten wir bei einem Hotel mit Bar in dessen gepflegten Hinterhof ein Kiwi das Schleifen für sogar nur 20$ pro Stein anbot. Zwar waren hier keine komplexen Formen wie Spiralen oder Endlosschleifen möglich, allerdings wollte ich so eine Form ja eh nicht. Nach insgesamt über zwei Stunden waren wir glücklich mit unseren Werken – Lisa carvte ein Blatt und ich eine geschwungene komplex zu schleifende „Form“ – Surfbrett, Blatt oder Messer? Entscheidet selbst:

Nach dieser handwerklichen Extase hat es dann nicht mehr gereicht, bis ganz nach Greymouth zu fahren. Nichteinmal dafür, um nach Mitternacht zu einer Glow Worm Schlucht zu fahren. Irgendwie waren wir so platt, dass die erstbeste gratis Campsite am Highway gut genug für die Nacht schien. Mit spülbaren Dixiklos wars dann nicht mal sooo spartanisch 😉

Der nächste Tag stand dann im Endeffekt nur im Zeichen der Organisation und der Fortbewegung. Nach der kurzen Fahrt nach Greymouth planten wir dort, wie und wo und wann es für uns zum Abel Tasman Nationalpark gehen soll, kauften beim Warehouse und Countdown die Regale leer, besuchten noch einmal kurz die MBM Crew auf deren Campsite und nahmen dann noch am selben Tag die über fünfstündige Fahrt nach Takaka bzw. ber Wainui Bay auf uns – der nördlichen Spitze des Abel Tasman Parks!

Übrigens habe ich in der Zwischenzeit zum ersten Mal in meinem Leben den Weschel von 199.999km auf 200.000 selbst gefahren:

Dem Rüdi merkt mans nicht an 😉

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