Tauchen – und zwei überraschende Wiedersehen

Koh Rong hat schon Flair. Besonders auffällig ist der Sand hier: dieser ist nämlich wirklich schneeweiß und so fein, sodass man beim durchwandern das Gefühl hat, durch Mehl zu laufen. Wirklich verrückt. Man kann doch immer etwas neues entdecken!

Die Jungletour zum Long Beach hingegen war ein kleiner Reinfall. Zwar war der sogenannte „Weg“ sehr überwuchert, so dass man stellenweise einfach durch den Dschungel improvisieren musste, was also eher spannend ist, allerdings war der versprochene Aussichtspunkt „Windy Rock“ nur ein Fels, auf dem sehr viel Wind wehte, von dem es aber keine Aussicht zu bestaunen gab. Long Beach selbst habe ich dann bei Einbrechen der Dunkelheit nicht erreicht. Selbst bei dieser fast rechtzeitigen Rückkehr gab es beim Rückweg den einen oder anderen „Verirrer“ sowie einige komische Tierlaute. Dass im Kambodscha angeblich drei der giftigsten Schlangen leben sollen, wusste ich bis dahin auch noch nicht.

Eine Aussicht gab es dafür von der „Sky Bar“ – durch eine steile Treppe durch den Dschungel erreicht hatte man einen schönen Blick über den Strand. Eine liebevoll chillig eingerichtete Bar von DeeCee geführt lädt zum verweilen ein. Zwar ging die Sonne hinter einem unter, dafür konnte man das Vollmondgewitter beobachten.

Hier traf ich auch überraschenderweise auf gleich zwei alte Freunde: Melina aus Siem Reap und Francisca aus Phnom Penh. Solche Wiedersehen sind sehr emotional und erfreulich, sodass man sein Glück kaum zu fassen glaubt – dabei sind es doch nur Wiedersehen nach ein paar Tagen 😉 dennoch trinkt man dann einen zusammen, geht gemeinsam Essen und am Strand spazieren. Sehr schön sowas. Sehr schön.

Die Two Tanks (zwei Tauchgänge pro Ausfahrt) waren auch ganz ok. Alles in allem nicht tiefer als entspannte 15m, teilweise 10-15m Sicht, Rochen, Barakudas, Clownfische u.v.m. Einmaö begleitetr mich ein Putzerfisch für ca. 30min am rechten Bein, ein anderes Mal folgten wir 3 großen Cuddlefishen. Das Highlight bisher natürlich die Schildkröte auf 10m, die da einfach so aus dem Korallenüberhang hervorschwamm. Das Team ist wie immer sehr nett und freundschaftlich. Dodo ging abends noch mit mir und seinen OWD Absolventinnen Martha und Antonia einen Trinken. Mein Instructor Jack allerdings hat sich wohl bei einem Tauchgang verirrt, bzw. wir wurden von der Strömung nicht unerheblich abgetrieben. Dass mich dann auch noch ein kleiner Clownfisch attackierte, als ich seine Anemone zu nahe kam, ist wiederum eine erzählenswerte Geschichte: plötzlich zwickt mich da was kleines in die Backe und siehe da: Herr Nemo in schwarz weiß schaut mich böse an 😀

Beim Nightdive allerdings verflog jegliche Kritik. Die Bootsausfahrt zum Sonnenuntergang stimmte schon richtig ein. Mit vorbereitetem Equipment ging es dann pünktlich zur Dunkelheit ins Wasser. Da man wirklich nur das sieht, was durch seine Taschenlampe erleuchetet ist, taucht man viel fokussierter. Es macht einfach richtig Laune durch die Dunkelheit zu schweben! Nachts zeigen sich auch andere Unterwasserbewohner, da dann Jagtzeit ist. Wir haben zB. einen Stachelrochen, mehrere Puffer und Cuddlefische gesehen als auch zwei große Hummer. Bei ausgeschaltetem Licht konnten wir zudem das leuchtende Plankton bestaunen – einfach genial. Nach gut 1h ging es zurück ans Boot, überglücklich über so einen tollen Tauchgang.

Nach drei Tauchgängen an einem Tag will man aber am nächsten ausschlafen, deswegen werde ich erst am Montag abreisen (nicht wie ursprünglich geplant am Sonntag) – bis dahin genieße ich noch das entspannte Inselleben von Koh Rong. Ein Spaziergang zum 4-K-Beach. Ein Smoothie hier. Eine ruhige Minute in der Hängematte da. Abends auf eines der berühmten BBQs oder zum wohl besten Thailänder Didi der Welt.