Eindrücke aus San Francisco

We are goooiiing… … to Saaan Fraaan-Cisco!

Dieser Song war mir bei jedem meiner Erkundungsmärsche durch die Stadt im Ohr. Da ich ja bei Jim & Georgia untergekommen bin, war San Francisco immer eine kleine Reise. Doch mal fuhr mich Jim in die Stadt, mal nahm ich die 30min Fähre von Larkspur. In San Francisco angekommen habe ich mir etliche Ziele auf Google Maps markiert und bin diese so effektiv wie möglich abgelaufen. Auf diese Weise war ich bestimmt immer 6-8h auf den Beinen und habe vieles entdeckt – geplantes und neues. Nicht immer habe ich die Canon gezückt, manchmal dafür umso öfter – nichtsdestotrotz werde ich nun einige der vielen Eindrücke mit Euch teilen:

Golden Gate Bridge

Das Wahrzeichen der Stadt. 1933 gestartet, 1937 vollendet spannt sich dieses Stahlkonstrukt über 227m hoch von einem Ende der Golden Bay zum anderen: 2737m. Zum Überqueren braucht man zu Fuß 30-45min, die sechs Fahrspuren können je nach Verkehrsrichtung mal mehr mal weniger stadtein- oder auswärts geleitet werden.


Marin Headlands

Direkt hinter der Golden Gate Bridge erstreckt sich ein riesiges Areal aus Bergen, Gräsern und Wäldern: die Marin Headlands. Hier kann man viele kleine Wanderungen unternehmen, u.a. zu einem Viewpoint, von dem man in die Bucht sieht und Robben beobachten kann:

Besonders interessant ist die Region aber, da hier das Marina Mammal Center liegt – eine Art Auffangstation für gestrandete und kranke Robben aller Art. Hier arbeiten Jim und Georgia einmal wöchentlich freiwillig und bereiten die Fischcocktails zu, füttern die Robben, pflegen sie, verabreichen Medikamente und sind ebenso bei den Auswilderungen dabei. Ziemlich interessant das Feld, jedoch war nicht genug Zeit, um sich komplett rein zu fuchsen:


Muri Woods Nationalpark

Noch weiter nördlich liegt dieser Park, der vor allem wegen seiner hunderte Meter hohen und gar tausend Jahr alten Redwood Trees bekannt ist. Mit Jim bin ich dorthin gefahren, dank seines Seniorenpasses war der Eintritt frei und dank meiner noch aus Neuseeland in den Beinen steckenden Erkundungslust wurde aus einem kurzen 30min Ausflug eine über 10 Meilen Wanderung.

Neben den beeidruckend hohen Bäumen gab es aber auch interessante Makrogelegenheiten:


Palace of the fine Arts

Mitten in Downton fällt ein Gebäude aufgrund seiner altrömischen und -griechischen Bauweise auf. Ursprünglich für eine Expo 1915 erreichtet stellt dieser Tempelverschnitt nun ein beliebtes Fotomotiv und Ausflugsziel dar.


Cable Cars

Eine weitere Weltberühmtheit: die roten, von in der Straße verlegten Stahlseilen und auf Schienen gezogenen Cable Cars. Bei den vielen Hügeln in San Francisco nicht die schlechteste Idee, vor allem da die ersten Wägen dieser Art schon 1873 in den öffentlichen Betrieb gingen.


Lombard Street

Ebenso bekannt ist die auf sonderbare Weise serpentinenartig geschlängelte Lombard Street in ihrem Abschnitt der Hausnummer um die 1000 nahe dem Russian Hill. Zwischen all den rechtwinklig angeordneten Rasterstraßen fällt diese Schlangenlinie wirklich ins Auge. Dort zu wohnen ist bestimmt nicht das billigste Vergügen, und täglich hunderte Touristen zu Fuß und im Auto vor Haustüre zu haben kann bestimmt nerven.


San Francisco Harbour

Auf der Fähre von Larkspur fuhr man zuerst am San Quentin State Prison vorbei. Dieses Gefängnis ist das älteste im Staat Californien und macht v.a. wegen chronischer Überfüllung und der Exekutionen Schlagzeilen.

Dahanach ging es an der Oakland Bay Bridge vorbei, ehe man von Wasser aus hervorragend auf die Skyline mit ihrer Transamerica Pyramid und das Hafengebäude mit seinem herausragenden Glockenturm blicken konnte.


The Embarcadero

Direkt noch in der Hafenhalle gibt es etliche Delikatessen zu kaufen. Verlässt man diese und biegt nach rechts ab, führt ein Weg von Pier zu Pier bis ans Ende der Hafenanlagen. Jeder Pier beherbergt seine eigenen Facilities, Museen, Restaurants oder Parkplätze. Ein langer, 2 Meilen messender Weg, der sich lohnt. Oder wenns mal schnell gehen muss: 4$ Uber.


Pier 39

Fast am Ende der Embarcadero liegt eine Art Minidisneyland. An diesem Pier ist vermutlich die höchste Konzentration an Tourismusunternehmen in ganz SanFran. Über zwei Stockwerke erstreckt sich eine Gasse mit Fastfood wie Baba Gump, Souvenirshops wie The Cable Car Shop oder Attraktionen wie The Aquarium oder Hard Rock Cafe. Um die Ecke kann man zudem wilde Robben beobachten.


Fishermans Wharf

Noch hinter dem Pier 39 liegt dieses, wohl als zweites touristisches Zentrum zu bezeichnende Gebiet. Hier findet man u.a.:

Eine Pierhalle, die in ein riesiges Museum für alte, mechanische Spiel- und Unterhaltungsmaschinen umfunktioniert wurde:

Oder das Mueseumsuboot USS Pampanito:

Die eigentlichen Anlegestegs der berühmten Fischereiflotte:

Etliche Shops für überwieged Seafood, aber auch Nischen wie über hunderte scharfe Soßen werden bedient:

Eine gänzlich angenehme Region, um gemütlich umherzuwandern und die ganzen Eindrücke auf einen wirken zu lassen:


Bei den Streifzügen durch die Stadt haben mich auch einige Kirchen in ihren Bann gezogen. Im Innenraum hatte man fernab des Trubels draußen auf den Straßen Zeit für sich, ganz gleich welcher Religion die jeweilige Kirche gewidmet war.

St. Peter and Paul Church

Grace Cathedral

St. Domonic’s Catholic Church


Alcatraz

Das wohl berühmteste Gefängnis der Welt – nicht zuletzt wegen des Filmes The Rock. Auf der Insel, umgeben von eiskaltem Wasser und gefährlichen Strömungen, wurde das vorhandene Kriegsgefangenengefängnis eines Forts Anfang 1930 umgebaut, sodass die gesamten 8.5ha in eine Gefängnisinsel verwandelt wurden. Einer der berühmtesten Insassen war u.a. Al Capone. Er saß mit 300 anderen Häftlingen von 1934 bis 1939 ein. 1963 wurde die Anlage aus wirtschaftlichen Gründen wieder geschlossen. Heutzutage ist Alcatraz ein Nationalpark mit ausschließlich geführten Touren für um die 50$. Diese habe ich mir nicht gegönnt. Die Anlage sehen konnte man unabhäng dieser Tour von verschiedenen Orten der Stadt.

Am Pier konnte man das Miniaturmodell am bewundern.


Victorianische Häuser

Ebenso v.a. aus Film und Fernsehen sind die verzückenden bunten Fassaden der alten viktorianischen Häuser bekannt. Solche Schönheiten lassen sich fast überall in der Stadt entdecken: (auch wenn vielleicht nicht alle u.s. Gebäude viktorianischem Ursprungs sind, gefallen sie mir trotzdem 😉 )

Besonders berühmt sind aber die Painted Ladies. Diese sechs aus dem 19. Jahrhundert stammenden Holzhäuser liegen direkt am Alamo Square und laden einfach nur zum Verweilen ein.

Interessant zu wissen ist auch, dass der Ausdruck Painted Ladies alter Slang für Prostituiere ist.


City Hall

Schon aus der Ferne sticht die 94m hohe Kuppel aus dem Stadtbild hervor. 1915 errichtet, prunkt dieses Rathaus noch heute unmissverständlich im umliegenden Kulturviertel. Nach der Heirat ein Pärchenfoto auf den imposanten Treppen der großen Halle zu schießen gehört zum guten Ton, ebenso wie die ganztägliche live Harfenmusik dort.


California Academy of Science

Im Golden Gate Park gelegen bietet dieses moderne Museum spannende Einblicke in die verschiedensten Themenwelten: Unterwasserwelt mit künstlich angelegten Korallenriffen, Regenwald in der Treibhauskuppel, Erdbebensimulator, Afrika mit ausgestopften Tieren, Edelstein- und Mineralienkabinett sowie vielem mehr.

Modern meine ich wirklich so, denn alle Exponate haben überschaubare kurze Texte, farbig kodiert, teils interaktiv mit Licht/Touchpad/Ton und Video etc. Ein Flagschiff ist das äußerst beeindruckende Planetarium, in dem man in einer 30 Minütigen 360° Präsentation von Tom Hanks durch unser Sonnensystem, unsere Galaxie und ferner geführt wird.


Übrige Eindrücke

An jeder Ecke gab es etwas zu entdecken. Manchmal beschäftigte ich mich mit der Geschichte, manchmal hat mir das Foto gereicht 😉

Und auch bei diesen Streifzügen haben sich nette Makroaufnahmen ergeben:

Zum Abschluss gibt es noch eine Stadtübersicht von der Golden Gate Bridge aus – ich werde San Francisco vermissen, eine so vielseitig interessante Stadt kann man wohl nicht gänzlich in einer Woche erkunden…

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