Hilfe aus der Luft: Royal Flying Doctor Service

Oder kurz RFDS.

Das Aushängeschild des australischen Gesundheitssystems. Bei einem Land dieser Größe ist es kaum zu bewerkstelligen, einem jedem Bürger schnellstmögliche Hilfe – medizinische Hilfe – auf dem Landweg zukommen zu lassen.

Das hat auch der 1880 geborene Reverent John Flynn erkannt. 1917 schickte er die erste Petition zum Commonwealth, angefangen hat alles in Clon Curry, bis schließlich nach mehreren Jahren 1928 die Flying Doctors hochoffiziell an den Start gingen. Damals noch in kleinen Einpropellern mit geringer Reichweite transportierten sowie vom emsigen Alfred Traeger entwickelten, mittels Fußpedal betriebener Morsefunkgeräten alarmierten Ärzten hat sich der Flying Doctor Service stets weiter entwickelt, bis dass Queen Elizabeth II in dem 80ern den Zusatz „Royal“ verliehen hatte.

Heutezutage umfasst die Flotte des RFDS über 70 Flugzeuge, 25 Standorte über Australien verteilt sowie ein Auftragsvolumen von über 250.000 Patienten im Jahr bei über 20mil. Kilometern pro Jahr. Fast 80% der Landmasse werden von den Einzugsradien dieser Standorte abgedeckt – Alice Springs bspw. fliegt 800km rund um. Dabei ist Down Under in 5 Sektionen, Nord, Süd, Ost, West und Central Operations eingeteilt. Finanziert wird das ganze zu 80% aus Staatsmitteln und 20% aus Spenden – im Falle dessen übernimmt also der Staat oder die Travel Insurance die Bergungskosten.

Eingesetz werden überwiegend schweizer Einpropeller des Typs Pilatus PC 12 mit einer Reichweite von guten 3000km. Ausgestattet sind die Maschinen mit verbesserten Stoßdämpfern, damit sie auch auf unbefestigten Pisten landen können. Hierfür werden worst case auch nur 800m benötigt! Im Innenleben findet sich eine komplette Intensivstation für 2 Patienten, Sitzplätze für einen Doktor, eine Schwester und zwei Cockpitplätze. Doch nur bei 70% der Flüge bemannen Ärzte das Luftfahrzeug, da die bestens ausgebildeten Schwestern bei bestimmten Szenarien auch ohne Doktor raus dürfen. In Zukunft wird wohl die Pilatus PC 24 mit Jetengine als Strahlflugzeug für noch mehr Reichweite und geringere Transportzeiten angeschafft werden.

Doch nicht nur Notfalleinsätze werden vom RFDS durchgeführt. Ebenso interhospital-Transporte und Transplantat-Transporte werden regelhaft geflogen. Außerdem betreiben die Flying Doctors mobile Allgemeinarztpraxen fürs Outback, leiten Schulungen für Ärzte und med. Personal im Hinterland und setzen sich für Prävention aller Art ein. Das alles zudem auch per Telemedizin. Alles in allem also ein sehr spannendes Berufsfeld! #Spoiler?

Leider war das Museum im Stadtkern tatsächlich nur ein Museum, sodass man die eigentlichen voll ausgestatteten Flugzeuge und Teams im Hangar nicht bestaunen konnte. Das machte es aber durch spannende Hologrammtechnik und ansprechende Präsentation der Thematik bei weitem wett!

Im Souveniershop gabs dann natürlich ein Shirt mit dem RFDS Logo aufgestickt 😉 In diesem Sinne:

Royal Flying Doctor Services

The furthest corner. The finest care.

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