Bula auf der Nai’a – Das Tauchen

Auch wenn es den Grenzbeamten der Einwanderungsbehörde am Flughafen Nadi nicht ganz leicht verständlich zu machen war, dass Adrian und ich auf einem Boot übernachten werden, wurden wir irgendwann dann doch – auch ohne Hotelbuchung – ins Land gelassen. Begrüßt wurde man aber trotzdem sehr freundlich und warm mit einem Bula und Fijigesängen mit Gitarre und Ukulele – noch im Sicherheitsbereich. Adrian war ja schon ein paar Stunden vor mir da und kurierte erstmal seinen Jetlag nach groben 30h Anreise im Westfield Homestay aus. In dieser familiengeführten komfortablen Unterkunft verbrachten wir nämlich die erste Nacht auf Fiji.

Es war wirklich schön, mal wieder jemanden von daheim zu sehen, und wenns dann auch noch der eigene Bruder ist, der einen mindestens genauso großen Dachschaden hat, wie einer selbst, dann umso mehr!

Am nächsten Morgen gings dann nach einem kleinen Frühstück zurück zum Flughafen. Denn dort war ein Pick Up Service zum Hafen in Lautoka arrangiert, von wo unser Tauchschiff auslaufen sollte.

Im Bus dann aber ein kleiner Schock: nur alte Leute… aber erstmal nicht voreingenommen sein und alles auf einen zukommen lassen! Eine gute Stunde später wars dann auch so weit:

Boarding auf die Nai’a, unserem Hotel, Restaurant und Divecenter für die nächsten 11 Tage.

An Deck begrüßten uns die Cruise Directors Vanessa aus Schottland und Chad aus den Staaten herzlich und erklärten uns erst einmal alle Details an Board:

  • Deck 1: Kabinen für Gäste und Crew. Wir kamen in Kabine 6 mit zwei gemütlichen Einzelbetten unter.

  • Deck 2: Saloon, Divedeck, Camera Room, Küche und Staffarea.

  • Deck 3: Brücke, Wheelhouse, Sonnendeck, Crewunterkünfte.

Weiter ging es mit den üblichen Sicherheitsbelehrungen, Fitting unserer Ausrüstung durch den Divemaster Big Mo sowie einer Vorstellung des groben Stundenplanes eines jeden der kommenden 11 Tage:

  • 0600h: Frühaufsteher Snacks/Kaffee
  • 0700h: erster Tauchgang
  • Im Anschluss: großes Frühstück
  • 1000h: zweiter Tauchgang
  • Im Anschluss: Mittagessen
  • 1300h: dritter Tauchgang
  • Im Anschluss: Nachmittagssnack
  • 1600h: vierter Tauchgang
  • Im Anschluss: drei Gänge Abendessen
  • 1900h: fünfter Tauchgang (Nachttauchgang) – fällt ggf. aus und wird durch andere Programmpunkte ersetzt, wie zB. Besuch eines Inseldorfes, Scubaschool oder Cava Party

Man hat also schnell gemerkt, dass das Motto auf solchen Liveaboard Booten eingängig zusammengefasst werden konnte:

Sleep, eat, dive, repeat.

In diesem Sinne ging es auch schon am selben Tag mit dem sog. Check Dive los, ein eher flacher Tauchgang ohne besonders aufregende Unterwasserwelt, um zum einem zurück zur Tauchroutine zu finden und zum anderen das Euqipment auf dessen Funktionalität zu überprüfen. Hier gab es nichts zu beanstanden, der erste Fünf-Tauchgänge Tag konnte also kommen 😉

Damit man an Board nicht ganz zwischen den vielen neuen Leuten verloren war, hingen an so gut wie allen Stellen des Schiffes zwei Listen mit Bildern und Namen der Crew sowie der Gäste aus. Auf diese Weise war der Kontakt zum top Skiffdriver Sly, dem wohl aufmerksamsten Kellner der Welt Anare oder der Meisterköchin Mita deutlich einfacher, aber auch zu den anderen Gästen (elf aus den USA, eine aus Deutschland)

Üblicherweise war der Ablauf eines Tauchgangs dann wie folgt:

Etwa eine halbe Stunde vor der geplanten Uhrzeit musste man den Sauerstoffgehalt seines NITROX Tanks checken – in der Regel waren es hier zw. 31 und 32%. (Für die Nichttaucher ganz grob: Nitrox ist ein Gasgemisch mit mehr Sauerstoff und weniger Stickstoff. Dadurch sinkt die Stickstoffaufnahme beim Tauchen, woraus längere Nullzeiten, ein niedrigeres Risiko für Dekompressionssymptome sowie angeblich weniger Müdigkeit resultieren. Diesen erhöhten Sauerstoffgehalt muss man vorher checken, da gewisse O2 Konzentrationen unter gewissen Drücken bzw. Tauchtiefen für den Menschen toxisch wirken und man auf diese Weise seine maximale Tauchtiefe ermitteln kann und abzeichnen muss)

Danach konnte man damit beginnen, sich umzuziehen. Wetsuits, Bleigurt, Maske, Computer etc. Die Unterwasserfotografen bereiteten hier zudem ihre professionelles Equipment vor.

Etwa 15 Minuten vor Start begann dann entweder Vanessa, Chad oder Big Mo mit dem Briefing über die bevorstehende Divesite. Wichtig waren hier vor allem die Strömungsverhältnisse sowie Highlights to see. Fotos konnte ich hier keine machen, da ich natürlich immer aufmerksam zugehört habe 😉

Pünktlich zur vollen Stunde ging dann jede Gruppe zu ihrem für den Trip zugeteilten Skiff – ein Schlauchboot mit Ausliegermotor – Hefty Lefty oder Mighty Righty. Steuerbord oder Backboard.

Auf diesen Skiffs wurden wir dann per GPS geleitet zu den einzelnen Locations gefahren, haben unsere Ausrüstung angezogen und plumpsten auf Kommando mit der Backroll ins Wasser. Lange an der Oberfläche Treiben war meist wegen Strömungen nicht erwünscht, sodass man auf ein Aufblasen des BCDs verzichten konnte und direkt das Abtauchen einleitete.

Während des Tauchgangs beeindruckten die Guides mit einem enorm guten Auge für enorm kleine Wasserkreaturen – man konnte die Site aber auch nach eigenem Belieben erkunden. Gordy war sogar ein Solodiver. Sein Divebuddy war ein kleiner 2L Tank mit eigenem Regulator. Kann man machen 😉

Nach dem Auftauchen sammelten die Skiffs uns nach und nach auf. Hier konnte man entweder per Leiter ins Boot, am Rand hochspringen und hochklettern oder ultra stylish mit einem Backflip hinein:

Alle eingeladen brachten uns die Skiffdriver dann stets sicher zurück zur Nai’a – ein lautes Bula der Mannschaft an Board hieß einen jedesmal herzlich Willkommen.

Die Unterwasserwelt war dank ihrer Vielfalt an Zierfischen und harten wie weichen Korallen einfach nur beeindruckend. Meistens umtauchte man ein sog. Pinnacle im Kreis von unten nach oben, doch gab es auch einige Land- bzw. Seascapes, Canyons und Swim Throughs. Wir hatten zwar nur eine GoPro dabei, sodass leider keine traumhaften Makroaufnahmen dabei rum kamen, aber dank der gratis App Dive plus sehen diese Weitwinkelbilder auch ansehnlich aus, da diese App den Unterwasserblauton entfernt und die anderen Farben rettet. Zwar könnte man das auch mit physischen Rotfiltern und Unterwasserblitzen erreichen, doch hatten wir dieses Equip halt nicht. Deswegen auch das kleine Wasserzeichen im linkem unteren Eck der folgenden Bilder – und ja, das ist bereits eine Auswahl, doch nun viel Spaß 😉

Auf diese Weise sprang ich 35 Mal ins unendliche Blau – maximale Tiefe 33m, maximale Tauchlänge 70 Minuten. Adrian musste wegen Ohrproblemen ein paar Tage aussetzten und konnte diese Marke leider nicht mehr erreichen… Zufrieden mit unserer Diveexperience waren wir aber alle mal.

Beide.

Mehr als zufrieden.

Es war nämlich einfach ultra gut.

Doch das war bei weitem nicht alles, was die Nai’a zu bieten hatte, Dazu dann mehr in einem weiteren Beitrag!

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