Beeindruckende Gastfreundlichkeit: Georgia und Jim

Auf der Naia (das Tauchboot in Fiji) habe ich die beiden ursprünglich kennengelernt. Und genau dort haben sie mir dann auch mich aufzunehmen angeboten, wenn ich nach San Francisco kommen sollte. Nach ein wenig Email- und SMS-Verkehr war dann auch alles Nötige geklärt, sodass ich ohne große Mühe, aber viel Stau nach ca. 2h mit dem Airporter Bus in San Rafael, Marin County angekommen bin. Von hier holte mich Jim ab und fuhr über einen kurzen Stop im Supermarkt begleitet von den Worten „do you want chips and beer?“ direkt zu ihrem Haus etwas außerhalb.

Klar mag ich Chips und Bier!

Spätestens hier wurde mir klar, dass ich in Amerika angekommen bin, da die Nachbarschaft genau so aussah, wie man es aus Filmen, Serien und Videospielen kennt.

Jim lebt hier mit seiner Frau Georgia in einem für deutsche Verhältnisse sehr geräumigen und stilvoll eingerichteten 2000 Quadratfuß-Haus. Kleine und große Gimmicks wie dimmbare Beleuchtung, Gasflammenkamine, Amazons Alexa, mega Küche mit Müllzerhexler, ein gigantischer Flatscreen TV und mein eigenes Gästezimmer mit Queensize Bed und Bad machten den Aufenthalt sehr angenehm – fast schon edel.

Die beiden genießen nach ihrer Zeit in Alaska und Hawaii sowie als Ermittler der US Transportbehörde bei Flugzeugabstürzen/-Unfällen als beiderseits ehemalige Piloten (er: Airforce, sie: Hubschrauber Bell) nun ihren Ruhestand in diesem angenehm gelegenen Haus. Mit Südterasse direkt vor dem hiesigen Golfclub sind Abendsonne und ruhige Aussicht garantiert. Dabei schwirren öfter mal Kolibris umher.

Ihr größtes Hobby ist wohl das Reisen. Unendliche Geschichten aus innerstaatlichen sowie internationalen Trips tauschten wir bei den einen oder anderen Mahlzeiten aus – schließlich haben wir uns ja auf einem solchen Trip kennengelernt. Besonders spannend: Ihre Tauchgeschichten. Denn als begnadete Taucher und Unterwasserfotografen können die Beiden nicht zur erzählen, sondern auch zeigen! Die besten Shots sind dann bspw. auf Aluminiumglas gedruckt und hängen im Wohnzimmer.

Aber auch die kleinen Funfacts über die Umgebung, über einzelne Gebäude, Jims Einsätze, oder einfach Small Talk ließen mich sehr willkommen fühlen und schufen eine super Atmosphäre. Hier kommen wir auch zum beeindruckensten Part: die Beiden haben sich wirklich umfassend um mich gekümmert. Sei es, wie gesagt, durch einen Pickup Service, durch genaue Infos wie man womit wohin kommt, durch Einkaufen von Snacks und Bier, durch insgesamt eine hervorragende Verpflegung, durch Ausflüge ins Umland (die durch ihren Seniorenpass zudem günstiger für mich waren) und und und. Mir fehlte es bei meinem Aufenthalt wirklich an nichts, sodass ich mich tatsächlich fragte, ob ich mich dafür je revanchieren kann.

Diese oben angedeuteten gemeinsamen Unternehmungen wie eine Fototour am Ufer San Franciscos oder der Besuch der California Academy of Sciencie waren nicht nur wegen der Unternehmungen an sich gut, sondern auf wegen der vielen Gespräche über so gut wie alle Themen – politische wie belanglose. Spannend, hier auch mal die Sicht anderer Menschen mit anderen Hintergründen zu erfahren – jedoch waren wir so gut wie immer einer Meinung.

Besonders einig waren wir uns, wie sinnfrei das Imperial Unit System ist… Fuß, Zoll, Inch, Pfund, Meile, Gallon, Unze, Fahrenheit – was soll der Mist?

Abends kamen wir dann immer auf eine Ladung Chips und Bier bzw. Wein zusammen, kochten Abendessen und irgendwann – wetterbedingt – entdeckten wir Netflix und Amazon Prime Video für uns. Schon lustig, einen Serienmarathon Justified mit Jim & Georgia zu starten – das führte sogar dazu, dass Jim einmal länger als 7 Uhr geschlafen hat. Das passiert ihn normalerweise nie 😉

Leider kann man in einem solchen Setting nicht für immer bleiben, auch wenn man sich das nach grob sieben Monaten Backpack/Camping sehr wünscht. Grob eine Woche später verließ ich die beiden voller positiver und warmer Erinnerungen, sodass die Lage etwas außerhalb der eigentlichen Stadt von Interesse kaum ins Gewicht gefallen ist.

Ein großes Danke an Jim und Georgia!

PS: Gordy von der Naia würde wohl auch um die Ecke wohnen, ist aber selbst noch auf Reisen.

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