Sydney NYE!

Silvester in Sydney. Ein Travellercliché? Vielleicht. Ein Muss? Nicht unbedingt. Ein Traum? Schon irgendwie. Wars es wert? Definitiv!

Diesen Tag zwischen den beiden Jahren in Sydney zu feiern und dabei das berühmte Feuerwerk über dem Opera House und der Harbourbridge zu sehen wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Doch schon Tage vorher erkennt man, wie stressig der eigentliche Silvesterabend dann werden könnte. Denn Sydney bietet eine Reihe an Orten an, von denen aus man das Feuerwerk sehen kann. So gut wie jeder Park ist abgezäunt, mit Security bewacht und teilweise mit gesalzenen Eintrittspreise versehen. So hätte man sich zB. in den Vergnügungspark Luna Park für min. 150$ einkaufen oder bei der ein oder anderen Rooftopbar- oder Bootsparty für auch gute 300$ teilnehmen können. Allerdings war ich, wie viele andere Reisende, für diese Venues zu unentschlossen bzw. zu geizig, sodass ich auf einen der gratis zu betretenden Orte zurückgreifen musste. Doch auch hier gab es Unterschiede: viele boten zwar eine gute Sicht auf die Wahrzeichen, allerdings nicht alle – bzw. nur wenige – auch Aussicht auf ein guten Spot für Bilder mit dem Stativ. Ebenfalls wars wichtig herauszufinden, ob Alkohol an der ausgesuchten Stelle überhaupt erlaubt ist, denn auch hier verbietet Sydney fast überall Drinks aller Art – ganz zu schweigen vom BYO, der quasi flächendeckend verboten ist…

Lange Rede kurzer Sinn: über die Tage haben sich ja schon gute Bekanntschaften/Freundschaften entwickelt, sodass die Peer Group für den New Years Eve schonmal feststand. Nach einigen Scoutings vor Ort (wie ist die Sicht von hier und dort?) Stand dann auch der Vantage Point fest: Mrs. Maquaries Chair, südlichöstlich vom Opernhaus:

Doch wos was umsonst gibt, drücken viele Menschen hin. So auch die angeblich 3 Millionen Touristen für Silvester. Am Maquaries Point also campten viele Schaulustige bereits die Nacht vorher in einer Schlange, im Hostel machten sich alle verrückt, wer noch früher dorthin geht und alle bereiteten Essen für den gesamten Tag im Park sowie Alkoholschmuggeleien vor:

  • Gummibärchen überd Nacht in Vodka eingelegt
  • Schnapsflaschen im Toastbrotblock versteckt
  • Wodkawackelpudding
  • Rotwein in Cola, Weißwein in Spriteflaschen
  • Goonbags in BHs
  • U.v.m.

Wir entschieden uns letztendlich für folgenden Plan: Marijke, Pauline, Maarten, Tiffany, Anke und Maggy als auch ich starteten unseren Tag am frühen Morgen um 0530h, um gg. 0630h in der Schlange zu stehen. Snacks, Kameraequip, Spiele sowie ein bisschen Schmuggelware inklusive. Vor Ort erwartete uns bereits eine hunderte Meter lange Schlange. Doch dank semiguter Organisation gab es Verwirrung, wo und wie sich angestellt wird, sodass manche der ultrafrühen Vögel ihres Platzes betrogen wurden…

Um 10 öffneten dann die Pforten. Die Schlange bewegte sich. Nachdem ich dann wegen meines Einkaufs eines Kaffees fast meinen Platz in der Schlange verloren hätte und somit gute 4h länger hätte warten müssen, ich dann aber dank eloquentem Verhandlen mit den Securitys doch zurück zu meiner Truppe durfte, ging es zügig voran. Die Rucksackkontrollen waren mehr oder weniger genau – wir jedenfalls wurden nicht geschnapppt. Irgendwann waren wir dann im Park, zudem in einem extra abgezäunten Bereich direkt am Wasser, in den nur knappe 1000 Leute hineingelassen wurden – VIP-Glückspilze sozusagen.

Top Spot mit Top Sicht und Schatten für die nächsten 12 Stunden 😉

Noch ehe wir gefühlt richtig angekommen sind, war der Park dann auch schon voll: um ca. 13 Uhr schlossen die Pforten wieder. Über 18000 Menschen warteten hier nun auf den einen Moment!

Ein Gefühl von Überfüllung hatten wir allerdings nicht. Es war genug Platz für unser im Kreis angeordnetes Lager und außerdem waren wir ja im „VIP“ Bereich 😉 das heißt, keiner ohne Armbändchen kommt hier rein und „stielt“ unseren Platz. Über den Tag hinweg beschäftigte man sich dann eben mit den üblichen Dingen:

  • Schlaf nachholen
  • Sonnen
  • Mitgebrachtes Essen essen (Wraps, Hummus und andere Dips mit Karotten und Crackern, Knabberzeug, Cookies, etc.)
  • Essen aus den zahlreichen Foodtrucks verzehren, von Thai über Indonesisch hin zu Aussie gabs hier alles
  • Spiele spielen (Exploding Kittens, Kniffel, Wizard, Poker, Uno, Kniffel Frisbee, etc.)
  • Musik hören, besingen, betanzen (Bluetoothspeaker gehören wohl zum Standardgepäck heute zu Tage)
  • Sich irgendwann dann auch den ersten alk. Drink genehmigen – wir entschieden uns für flaschenweise Wein (45$ pro Flasche versus 9$ pro Bierdose)

Auf diese Weise verging die Zeit ehrlichgesagt wie im Flug! Das Wetter war dank Wolken auch gnädig, sodass man nicht ganz so in der Sonne brutzelte.

Gegen spätem Nachmittag kam dann leider ein kleines Gewitter auf. Nicht alle waren auf soetwas vorbereitet, doch irgendwie hat man es dank parallel laufender Flugshow, verrückt-positiven Chilenen und Cheering Rufen zu den hunderten Booten geschafft, gut gelaunt zu bleiben und das ganze als „Abenteuer“ zu sehen – hat schon was 😉

Irgendwann hat sich aber auch der Regen gelegt und die Sonne an den Horizont geschmiegt. Bei dieser Stimmung musste man den einen oder anderen Rundgang unternehmen: Hier traf ich überraschenderweise Celine aus meiner Zeit in Darwin, Simon vom Tauchboot, Rahel aus der Schweiz sowie viele andere aus dem WakeUp! Hostel. Immer wieder eine große Freude!

Doch gegen 21 Uhr wurde es dann ernster: es stand das erste, kleinere, Kinderfeuerwerk an. Die Gelegenheit sich vom Moment ein bisschen zu distanzieren und die Kamereinstellungen auszuprobieren. Läuft.

Von nun an warteten wir die restlichen 2.5h im Stehen, dicht gedrängt, mit hervorragender Sicht auf Opernhaus und Harbour Bridge auf den Countdown zum neuen Jahr:

Ich hoffe, das Video funktioniert. Falls nicht bzw. bei mehr Interesse hier das offizielle Video vom Feuerwerk der Stadt: Sydney NYE 2018/19

Die Freude war unermesslich. Was für ein genialer Tag, was für ein genialer Fotospot, was für eine geniale Truppe, was für ein geniales Wechselspiel der Wettergötter, was für ein genial-atemberaubendes Feuerwerk!

Ein gänzlich unvergesslicher Tag!

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