Tag 34, 35 und 36 – oder: Karl Friedrich in da house.

Nach dem Abstieg von der Pouakai Hut, dem Rühreifrühstück mit Kaffee und Cider sowie den letzten erheiternden Worten mit David sind Lisa&ich nach New Plymouth, der nächstgrößten Stadt, gefahren.

Hier haben wir nur einen kurzen Stadtrundgang gemacht, nachdem wir im dortigen Schwimmbad duschen und im Spapool entspannen waren.

Völlig zufällig haben wir bei diesem Rundgang erlebt, wie ein Boot des New Plymouth Fischerclubs einen Schwertfisch an Land zog. Mit seinen über 150kg gehört er zu einem der größten dieser Art. Mit viel Glück kann der Skipper, der den Fisch bestimmt eine Stunde mit fließend Wasser kühlen musste, ehe der Filetierttruck kam, von diesen drei Zentnern 50%-70% Fischfleisch gewinnen. Kommerziell verkaufen darf er das Fleisch allerdings nicht – eine effektive Maßnahme Neuseelands, Marlins von den Restaurantmenüs fernzuhalten und so eine Überfischung zu verhindern.

Um die Ecke fanden wir dann auch den bekannten „Wegweiser“, der teils auf neckische Art die nahegelegenen Touristenziele anzeigte.

In der Stadt musste man auch einen kurzen Stop vor der Gallerie machen, da deren Fassade komplett verspiegelt ist und somit interessante Reflektionen der umstehenden Gebäude, wie zB. des Uhrenturms, schuf.

Die weiteren üblichen Ziele nördlich der Te Rewa Rewa Bridge fuhren wir dann allerdings nicht mehr an. Dies wären zB. der White Cliff Walk, der wegen Unpassierbarkeit bei Flut wegfiel, und die Three Sisters sowie The Elefant Rock gewesen, die im Prinzip eine kleine Version der Twelve Apostels in Australien gewesen wären.

Stattdessen fuhren wir über den Forgotten World Highway 43 ins Landesinnere. Hier taten sich bei jeder Sattelüberquerung erneute schöne Aussichten auf, ehe wir in Whangamomona in einer schnuckeligen Campsite einkehrten.

Dort liefen ganz zur Erheiterung der Camper vier Miniaturponys frei herum. Doch unser Highlight war ganz eindeutig Karl-Friedrich. Ein schwarz-braun gescheckerter Kater, der nach Einbruch der Dunkelheit penetrant Krauleinheiten einforderte, einen dafür aber mit einem Dieselmotor ähnlichen Schnurren belohnte. Die Krönung war dann aber, als er einfach in Louis hüpfte, es sich auf dem Bett gemütlich gemacht hatte und diese Position freiwillig nicht mehr verlassen hatte. So hatte Lisa also einen neuen Freund gewonnen. Am nächsten Morgen checkten wir dann natürlich umso akribischer, dass wir Karl-Friedrich nicht aus Versehen mitnehmen…

Der Name Karl-Friedrich war übrigens eine spontane Taufe meinerseits. Der Spitzname Kalle hat ihm aber auch gut gefallen 😉

Auf der weiteren Fahrt entlang des Highway 43 gab es kleine Zwischenstops, wie beispielsweise die etwas ausgetrockneten, 78m hohen Mt. Damper Falls:

Oder dem aus Pionierszeiten stammenden, engen, knapp 200m langen, einspurigen Moki Tunnel, der mittlerweile auch als Hobbit Hole bezeichnet wird:

Oder die ganz nette Aussicht vom in wenigen Minuten erklommenen Nevon Lookout:

An der zur Whanganui River Journey gehörige Ohinepane Campsite schlugen wir dann unser Lager für die Nacht auf. Bei ausreichend Zeit zum Einkaufen und Kochen stand für das Dinner Rindersteakstreifen in Couscous mit grünem Spargel und braunen Champignons, dazu kaltes Schwarzbier auf dem Plan. Ebenso edel begann auch der nächste Morgen: quasi frittierter, knuspriger Bacon und Baked Beans mit getoastetem Brot, dazu frischer Kaffee.

So lässt sich ein Tag starten 😉

Weiter in Taumarunui verwendeten wir die Zeit so gut wie ausschließlich für die Planung der weiteren Tage, da eine Schlechtwetterfront aufziehen soll und wir somit unsere Aktivitäten etwas neu priorisieren mussten. Im Endeffekt entschieden wir uns dafür, gleich am nächsten Tag das Tongariro Alpine Crossing zu laufen, da hier das Wetter noch am vielversprechensten zu sein scheinte und den restlichen Tag mit dem kurzen Sunshine Walk zu füllen, ehe wir an einer extrem vollen gratis Campsite unsere Kohlehydratspeicher auffüllten, um am nächsten Morgen fit für das 8-9h Wanderprojekt zu sein!

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