The Grand Canyon

Ja, was soll ich dazu sagen. Jeder kennt ihn, jeder will ihn gesehen haben. Diesen Traum habe ich mir erfüllt.

Als ob alle bisherigen Erlebnisse keine Traumerfüllung waren, höhö, Witz komm raus. Ich bin sooo toll! Und ihr Trottel seid nicht da wo ich bin – haha!

Spaß beiseite!

Der Eintritt zu diesem Nationalpark in Arizona beläuft sich auf 35$ für max. vier Personen. Dieses Ticket gilt dann eine komplette Woche – und da der Park niemals schließt, könnte man quasi rund um die Uhr dort herumwandern. Dort im bspw. Auto schlafen sehen sie allerdings nicht so gern, da die gnadenlos überteuerren Campingplätze im Umfeld auch noch was verdienen wollen und die Parkplatzkapazitäten auch so schon gut ausgeschöpft sind. Soll heißen: um 11 Uhr ists voll. Machen aber trotzdem manche, und fürs Stargazing hab ichs auch gemacht, dort schlafen.

Im Großen und Ganzen spreche ich hier übrigens vom South Rim Zugang, also von Süden her. Hier findet grob 90% des Tourismus statt, der Rest dann über den North Rim. Letzterer war allerdings zu meiner Zeit saisonal geschlossen… nicht schlimm!

Es hat aber einen Grund, warum alle im Süden starten: abgesehen von den möglichen Aktivitäten ist hier die Infrastruktur einfach genial: Besucherzentren, gratis Museen, Hotels, Campsites, Einkaufsläden, Fahrradverleih, Restaurants, gratis Shuttle Busse, gratis Ranger Talks, leider fast ausschließlich geteerte Wanderwege (auch von Fahrrädern genutzt) und vieles mehr kann man hier finden.

Die Aussicht ist denke ich von beiden Seiten vergleichbar. Viel wichtiger ist ja eher, dass man im Verlaufe des Tages mit der Sonne wandert, damit man niemals Gegensonne hat und zu den Grenzzeiten schöne Schatten in den so prominenten Schluchten sehen kann. Das war also meine Mission!


Für meine erste Erkundung am Grand Canyon fuhr ich in frühen Morgenstunden an, um den Sonnenaufgang zu sehen. Diesen habe ich leider verpasst, jedoch war die Sonne noch tief genug, dass mein Wanderstart am östlichsten Shuttlestop, dem Yaki Point, trotzdem ganz schön scenic war.

Über den Tag wanderte ich den kompletten Rim Walk von Ost nach West ab. Überwiegend geteert und nahezu ausschließlich flach in seiner Beschaffenheit sind diese grob 10 Meilen/16 Kilometer keine Herausforderung. Eher die kleinen Abstecher, bei denen ich über die Barrikaden, kleine Felswände hoch oder runter kletterte, um einen spannenderen Winkel fürs Fotografieren zu erreichen. Am Ende einer Canyonzunge zu stehen, hat halt einfach was:

Wie sagt man so schön: stay in your limits. Wenn man weiß, was man tut, kann man sowas schonmal machen, auch wenn andere Touris vll. schon Angst bekommen, wenn sie jemanden am Abgrund stehen sehen oder nur davon lesen…

Nun denn, entlang dieses Rim Walks stoppte ich also an dem einen oder anderen unbekannten Ort aber auch an fast allen auf dem Weg befindlichen benannten Aussichtspunkten, Pipe Creek Vista, Mather Point, Yavapai Point, Hopi House, Lookout Studio, Kolb Studio, Trailview Overlook, Maricopa Point, Powell Point, Hopi Point, Mohave Point und wie sie alle heißen.

Besonders die historischen Aussichtspunkte oder Hotels fallen einem auf diesem gut 9km langen Weg auf:

Ganz interessant war der Abschnitt Trail of Time, auf dem bei jedem Schritt eine Markierung in den Boden eingelassen war, die für vergangene Jahreszahlen stand. Erst ging es je ein Jahr zurück, gegen Ende mehrere Millionen Jahre pro Schritt. Unterwegs standen dann immer wieder Informationstafeln, was zu diesem gerade passierten Zeitpunkt geschehen ist sowie schön präsentierte Gesteinsproben aus dieser Ära.

Zwischendurch wurde man übrigens immer mal wieder von diesen kleinen, süßen, bettelnden Nager besucht:

35km östlich vom eigentlichen Besucherbereich ist ein weiterer Zugangspunkt: der Desert View Watchtower. Dieser ikonische Turm ist allemal ein Besuch wert. Besonders zum Sonnenaufgang natürlich. Funny Fact: der Turm ist nicht dem Anschein nach aus Stein gebaut worden, sondern hat im Inneren ein Stahlgerüst als Kern. Die Steinfassade wurde nur aus Zwecken der Zierde angebracht.

Im Nachhinein stellt man aber fest, dass die wahre Größe und Perspektive des Canyons auf Bildern nie so rüberkommt, wie wenn man ihn im wahren Leben sieht, da auf staten Bildern der Effekt verloren geht, der die verschiedenen Ebenen der Canyons in sich verschiebt sobald man sich fortbewegt. Videos mit nicht erlaubten Drohnen würde da Anhilfe schaffen, lange Schatten bei Sonnenauf- und Untergang tun dies aber auch:

Oder Helikoper in der Ferne:

Oder andere Fotografen auf der Suche nach dem Besten Shot:

Oooder steile Perspektiven:

Zum Abschluss kann ich also sagen, dass es keine wirklichen Top-Aussichtspunkte gibt, und auch keine Flops, da man immer eine gute Sicht auf den Canyon hat, mal mit mehr Ost-West Ausmaß, mal mit weniger. Dennoch würde ich behaupten, dass der Powell Point mein Favourit war, da man hier gut zu seinem Privataussichtspunkt klettern konnte.

Erst ging es dort runter:

Dann hier vorbei:

Bis schließlich dort nach vorne:

Mit dem Stativ im Nacken entsteht dann eine solche Aufnahme – zum Abschluss dieses Blogbeitrags (ja, das bin ich da unten im Bild, ganz klein):

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