The Catlins

Am Morgen des siebten Tages war es dann endgültig soweit: Sturm und Regen machten das Aufstehen und Verlassen des Autos äußerst schwer. Erst der dezente Hinweis vom Campingwart, dass Check out um 10 Uhr sei und er spätestens um 1030h das Einfahrtstor schließe, peitschte uns aus den Federn – schnell Zähne geputzt, Trinkwasser aufgefüllt und losgefahren.

Nur wohin?

Fürs Duschen hats wegen der o.g. Konstellation ja bicht gereicht, also war das erste Ziel eine öffentliche warme Dusche ca. 1h Fahrt entfernt. Dort angekommen stellte sich dann heraus, dass die Dusche in einem Schwimmbad ist, in das man für nur 4$ hinein durfte – incl. 40°C heißem Whirpool. Da stellte sich dann bei Regen und Sturmböhen überhaupt nicht die Frage, ob es das wert sei oder nicht: knappe 2h später haben wir entspannt, aufgewärmt und sauber die Hallen des Schwimmbades wieder verlassen.

Luxus, den man sich mal gönnen kann!

Mittlerweile war was Wetter wider Erwarten auch aufgeklart, sodass wir wieder zurück in die Catlins gefahren sind. Diese sind eine Ansammlung von Scenic Reserves, also eine gewisse Art National Park und bezaubern vor allem durch ihre Landschaft. Eigentlich ist es unmöglich, diese zu beschreiben, da der Flair vor allem direkt vor Ort beim Durchqueren entsteht. Aber hier ein Versuch – lasst Eure Vorstellungskraft walten:

Wenn sich die saftig grünen und zugleich warm gelben Auen über die zahlreichen sanft ansteigenden, ineineinander übergehenden Hügel schmiegen, wenn sich die pechschwarzen Teerstraßen oder staubigen Kieswege doch ganz grazil durch diese Landschaften schlängeln, wenn die endlosen Weiden von friedlichen Schafs-, Kuh- und Pferdeherden bevölkert werden, wenn die warme Abendsonne jeden Winkel in ein romantisches Rot taucht, wenn eine leichte Brise das Gras rhythmisch umherschwingen lässt und wenn sich nach jeder Kurve eine neue atemberaubende Aussicht bietet, dann ist man in den Catlins angekommen.

Diesen Traum von Landschaften zu erleben war eines der Highlights bisher – ihn mit Euch per Bilder zu teilen ist allerdings wegen mangelnder Haltemöglichkeiten (besonders auf Scheitelpunkten von Hügeln oder Kurven) nicht ganz so einfach. Ich hoffe also, die folgenden Bilder dienen als Anregung Eurer Phantasie, denn der Erfahrung vor Ort werden sie leider nicht ganz gerecht…

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Während dieser Fahrt stoppten wir zudem mehrere Male für mal kurze, mal längere Walks zu einigen der schönsten Wasserfälle in Neuseeland:

  • Purakanui Falls

  • Matai Falls

  • Horseshoe Falls

  • Mc Lean Falls (der höchste der Region)

  • Waipohatu Falls I

  • Waipohatu Falls II

Am Morgen des dann achten Tages besuchten wir die Cathedral Caves. Bereits am Vortag passiert, sind wir hier mit einem erneuten einstündigen Umweg nocheinmal angereist, da man diese Höhlen nur gezeitenabhängig besuchen kann: bei Ebbe fast gänzlich trocken werden diese Höhlen bei Flut unpassierbar überflutet. Die hufeisenartig geformten Höhlen sind zirka 150m lang und sind dementsprechend schnell erkundet – interessant wars trotzdem:

Ein weiterer Stop war der sog. Slope Point, der südlichste Punkt des neuseeländischen Festlandes. Hier herrschten abartige Windgeschwundigkeiten, sodass es einem kaum möglich war, gerade zu stehen geschweige denn gerade aus zu laufen. Ebenso imitierte diese Naturgewalt waagerechten Regen, der eigentlich nur Brandungsgischt zu sein schien. Für ein obligatorisches Bild hat unsere Standhaftigkeit dann trotzdem gereicht – bzw. hat auch die Stabilität des Stativs gereicht 😉

Doch irgendwann kam dann auch die Zeit, die Catlins zu verlassen und gegen Norden nach Lumsden zu fahren. Nach so viel gemeinsamer Zeit ergeben sich dann allerdings auch mal wirklich alberne Gespräche: sei es, dass die Hauptsache ist, dass der Wasserkopf plätschert, dass die hochdeutsche Bezeichnung für Batzi wohl Matschi sein muss, wenn ja der Matsch der Batz ist, oder dass man bei dem springenden Punkt einer Diskussion dann tatsächlich vom jumping point spricht. Ganz egal was, der Spaß kam hier auf jeden nie zu kurz, sodass Louis und Rüdiger für ein Bild posierten – bereit für weitere Abenteuer!

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