Die (viel zu kurze) Zeit in Melbourne – Der Abschluss einer langen Reise

Spätabends kamen wir nach den aufregenden Roadtrip-Tagen in Melbourne an. Nicht ganz 2000km sind wir in den vergangenen Tagen gefahren.

Unser Hostel lag nicht fern des Zentrums im Norden der Stadt und bot in einer ruhigen Umgebung einen Parkplatz fürs Auto, eine Bar mit Happyhour sowie einen 10er Dorm, den nur 4 Leute nutzten – uns inklusive. Hier konnte man also die erste Nacht in einem richtigen Bett voll genießen und ein wenig zur Ruhe kommen.

Doch allzuviel Entspannung war dann doch nicht drinnen, da Maggy ja eh einen Tag weniger als ich zur Verfügung hatte und meine Zeit auch zu begrenzt war, als dass ich diese faulenzend im Bunk Bed verbringen mochte.

Also schlossen wir uns einer Free Walking Tour an – die ideale Möglichkeit, die „wichtigsten“ Sights der Stadt zu erkunden, Orientierung zu gewinnen und dabei wertvolle Tips eines Locals zu erhalten. Auch hier ging ich die Route am Folgetag erneut ab, um noch mehr an den einzelnen Spots zu entdecken. Auf diese Weise erkundeten wir bzw. am Mittwoch dann ich alleine folgende Punkte, die also bei jedem ersten Melbourne Besuch nicht verpasst werden sollten:

State Libary of Victoria (vor deren Front das Denkmal von Sir Redmond Berry steht, der die ersten Bücher für die Bücherei aussuchte. Außerdem ist der nach ihm benannte Redmont Berry Reading Room nicht unbeeindruckend, sowie die dahinter befindliche gratis Gallerie)

Das alte Gefängis (Old Melbourbe Gaol – in dem einst ein Kleinkind wegen Faulenzerei inhaftiert war, sowie der Australische Robin Hood, dessen Name mir leider entfallen ist)

Das 888 Denkmal (zur Erinnerung an die Arbeiterbewegung 1856, die eine 8 Stundenaufteilung erwirkte: 8h Arbeit, 8h Spiel, 8h Schlaf)

Carlton Gardens mit der Royal Exhibition Hall (früher ein Weltbekanntes Messezentrum, heute mehr ein Platz für kleinere Austellungen und Universitätsklausuren. Die Allee der Gardens allerdings brilliert mit seltenen sehr alten Ulmen, da hier das weltweite Ulmensterben ausblieb)

St. Patricks Cathedral mit dem vorgelagerten Denkmal der ersten anerkannten aborigenal Eheschließung.

Federation Square mit dem ACMI Filmmuseum und etlichen public Großevents.

Riverside Skatepark in den Alexandra Gardens – hier könnte man Stunden verbringen, beim rauen Klang der Indie-Rockstracks aus den Stadionlautsprechern in Erinnerungen und Kindheitsträumen an und aus Tony Hawks Pro Skater Series schwelgen.

Durch Chinatown schlendern. Hier kann man extrem günstig Essen und Trinken.

Shrine of Rememberance in den Royal Botanical Gardens (ein imposant angelegtes Kriegerdenkmal mir guter Aussicht über die Stadt und Ruhe vom Trubel)

Eine der vielen Shoppingstraßen, sei es die eindrückliche Bourke St. Mall, die Royal Arcade oder die Block Arcade in Anlehnung an die Galleria Vittorio in Mailand, oder die Cafestraßen wie die Central Pl oder Degrave St.

Die Aussicht vom Symphonieorchester-Auditorium Hamer Hall über den Yarra River.

Der Name Yarra River hat folgende Geschichte: Die Briten fragten die Aborigines, wie sie diesen Fluss nennen. Diese antworteten überrascht „Yarra yarra“, denn sie waren verwundert, ob die Briten nie einen Fluss gesehen hatten und nannten es deswegen „Wasser wasser“, also „viel Wasser“. Die Briten hingegen verstanden, dass „Yarra yarra“ wohl der Name des Flusses sei, und übernahmen diesen zu „Yarra River“, was übersetzt einfallsreich „Wasser Fluss“ heißt…

Einen Tag am Brighton Beach genießen. Die hier als Tourismusmagnet fungierenden Beach Bathing Boxes stammen ursprünglich aus victorianischer Zeit, wurden über die Jahre stark dezimiert, sind heutezutage limitiert in ihrer Anzahl und lassen sich deswegen für bis zu 350.000$ verkaufen – ich gönnte mir frisch zubereitetes Sushi auf einer Bank, die zum Gedenken an einen verunglückten Abenteurer aufgestellt wurde, blickte dabei auf die entspannende Aussicht über die Bathing Boxes, über die Wind- und Kitesurfer zur Skyline von Melbourne:

Nicht zu verpassen sind auch die vielen schön angelegten Blumenbeete:

Oder die romantischen Laternen auf vergangenen Zeiten:

Ebenso die vielen kleinen Überraschungen, seien es Street Art, seien es interessante Straßen- oder Haltestellennamen:

Oder nachts von einem Opossum überrascht zu werden:

Außerdem ist ein Abend in der wicked Bar Naked for Satan zu empfehlen. Schöne Aussicht auf die Skyline zum Sonnenuntergang, gute Drinks und feines Essen.

Doch leider war die Zeit hier viel zu schnell vorüber, sodass wirklich etliche Erlebnissen unerlebt bleiben, so zum Beispiel ein (intensiverer) Besuch der National Gallery of Victoria, des Shrine of Rememberance, des bekannten ACMI Moving Picture Museum, der State Libary, des Old Treasury Buildings, des Police und Fire Services Museum, des IMAX Kinos, der Fitzory Gardens, eines Cricket- oder Tennismatches, eines Konzerts in der Hamer Hall, des Eureka Skydecks 88, der vielen weiteren Laneways mit ihren versteckten Bars und Gimmicks, des Phillip Island, des Yarra Valley, der Dandedong Ranges, des St. Kilda Beaches und Pier, des Queen Victoria Markets oder Melbournalia Markets, der Docklands, der Festive Hall und so vieles mehr.

In diesem Sinne: Melbourne, wir müssen uns irgendwanneinmal wieder sehen!

Jetzt geht es aber weiter für mich – nach Christchurch, Neuseeland. Schon ein komisches Gefühl nach guten 10 Wochen das Kapitel Australien vorerst abzuschließen und einen kompletten Neustart zu wagen. Hier habe ich so viel erlebt, dass ich nich gar nicht alles verabreitet habe, so viele Menschen kennengelernt, dass ich gar nicht weiß, wen ich wann jemals wiedersehen werde und so viel auf diesem Blogeintrag geschrieben, dass es jetzt auch erstmal reicht 😉

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