Die letzten Schritte…

…weiter ging es dann über einen kurzen Stop beim Undara Nationalpark und dessen Kalkani Vulkankratern. Hier angekommen standen wir vor verschlossenen Türen, da die Inhaber dank schädlicher Mundpropaganda wie „es ist zu heiß“ die Einrichtungen in den Regenmonaten schließen. Lediglich eine alltägliche Tour um 11 würde es wohl geben, allerdings haben wir diese um 10 Minuten verpasst. Naja, sehen wir die dortige Höhle halt nicht. Zum Vulkankrater kann man fahren, allerdings wars hier auch nicht sonderlich atemberaubend. Der Klassiker: prof. Luftaufnahmen locken die Turis, ist man dann aber dort vor Ort, ergibt sich aus der Nähe ein wesentlich ernüchternder Anblick.

Ebenso ernüchterd waren die rund um beworbenen Innot Hot Springs. Diese sind erstens zahlungspflichtig und zweitens einfach ein Menschengemachtes Spa. Mehr nicht. Deckte sich natürlich nicht mit unseren Erwartungen von natürlichen heißen Quellen.

Zwischenzeitlich kletterten wir bei den Millstream Falls umher, um hier eine kleine Abkühlung zu erfahren.

Über Ravenshoe ging es dann über die Scenic Route nach Millaa Millaa. Diese Fahrt habe ich sehr genossen, da die Route sich teils einspurig serpentinenartig durch das nun erreichte Hochland schlängelte. Die hier gewonnenen Eindrücke stützen sich zum einen auf die wirkenden G Kräfte des von mir durch dur Kurven getriebenen 3.5l Motors, aber zum anderen auch auf ein bisschen Heimweh: denn hier sah es fast wie Alpenvorland/Allgäu aus, was das bavarische Herz mit Vergangenheit in der Schweiz natürlich höher schlägen lässt! Wirklich, wirklich schön.

Doch der Ort ist nicht wegen seiner allgäu-ähnlichen Beschaffenheit oder der vielen Milchkühe bekannt, sondern wegen des am meisten fotografierten Wasserfalls Autraliens: den Millaa Millaa Falls. Denn hier wurde die berühmte Szene der Herbal Essences Shampoo Werbung gedreht, in der das lange Haar in einer Rückwärtsbewegung schwungvoll aus dem Wasser gezogen wird. Diesen Shot zu imitieren versuchten dort eigentlich alle, standen dafür sogar Schlange.

Ich war mit meiner aktuellen Haarlänge natürlich etwas limitiert, sodass ich auf fremde Models zurückgreifen musste.

Das alles gefiel uns dort so gut, dass wir unser Nachtlager am nahegelegenen Lake Eacham aufschlugen und uns dort abends auf unser neues Leibgericht stürzten: gebratene Instantnudeln mit Rührei, Käse und Känguruhack.

Den nächsten Tag konnte man dann als Lake-Hopping bezeichnen. Denn morgens sprangen wir für eine kurze Erfrischung in den bereits genannten Lake Eacham und fuhren dann weiter zum Lake Barrine. Dieser war allerdings äußerst touristisch, denn hier konnte man mehrfache Bootstouren, Wildlife-Touren buchen sowie eine Tasse des preisgekrönten Tees schlürfen. Ich blieb bei Schweppes Solo. Dennoch ein netter Stop.

Die weitere Fahrt zum Tagesziel Lake Tinaroo unterbrachen wir zweimal: erst waren wir von dem Cathedral Fik Tree mehr als erstaunt. Dieser Ficus Virens Baum soll hier seit über 500 Jahren stehen, breitet seine über 2000qm große Krone über den umliegenden Regenwald aus und umspannt dabei einen Umfang von ca. 72m. Über die Höhe habe leider nicht allzuviel herausgefunden. Nämlich gar nichts. Cathedral übrigens, weil die äußere Form an eine Kathedrale erinnert 😉

Danach wanderten wir tatsächlich wieder. Zwar nur 600m und nur um einen wassergefüllten Krater, der keine vulkanische Vorgeschichte hat, nämlich den Moo Creek Crater, aber immerhin. Besonders aufregend wars auch hier nicht, hätte es aber werden können, denn hier besteht wohl die Chance einen der seltenen Platypus zu sehen. Wir hatten kein Glück, sahen nur die Luftblasen aus der Ferne.

Am Lake Tinaroo angekommen genoßen wir für knappe 6$pP. Einen hervorragenden Ausblick auf den für Queenslander beliebten Zufluchtsort.

Dem angrenzenden Damm nach zu urteilen ist dieser See vermutlich ein Stausee, hat aber mit Wasserski, Kanufahrten und anderen Wasseraktivitäten sowie vielen Wasservögeln einiges zu bieten.

Am nächsten Morgen ging es nach einem entspannten Start mit Nutella Erdnusbutter Crepes die restlichen guten 70km nach Cairns. Da hieß es erstmal Good Bye Alpenlandschaft und alles angesammelte Campequip irgendwie IN den Rucksack stopfen… Auto waschen, aussaugen und dann wars das leider schon:

Nach 23 Tagen Roadtrip gehen Chris, Guil und ich erstmal getrennte Wege – aber erstmal noch eine Nacht im selben Hostel – Gilligans Cairns. Die Zeit auf der Straße war auf jeden Fall mega, teils natürlich anstrengend, aber die Mobilität und Gesellschaft war unbezahlbar!

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