Saigon War Remnants Museum

Der Vietnamkrieg ist auch meiner Generation ein Begriff. Zumindest sollte es sein. Auch wenn man selbst noch nicht ganz verstanden hat, warum dieser Krieg egtl. geführt wurde, weiß man doch, dass es grausame 20 Jahre in Vietnam waren. Spätestens durch Film wie Full Metal Jacked oder Apocalypse Now sind einem Kriegshandlungen und Folgeschäden bekannt. Wenn man also am Ort des Geschehens ist, ist es quasi ein Pflichtpunkt auf der To Do List, das War Remnants Museum zu besuchen.

Denn in der pulsierenden Stadt Saigon/Ho Chi Minh gibt es ein relativ unscheinbares Museum über die Kriege in Vietnam:

Was von außen noch relativ locker wirkt, was man an den Exponaten damals üblicher Kriegmaschinen der Amerikaner und davor salutierenden und posierenden Chinesen zu ahnen scheint, wandelt sich im Inneren des Gebäudes relativ schnell in zu tiefste Betroffenheit.

Auf drei Stockwerken verteilt gab es vielfache Themenräume: Von internationaler Unterstützung für die Vietnamesen gegen den Angriffskrieg der Amerikaner über Friedenskonferenzen in Paris bis hin zu äußerst schockierenden Fotodokumentationen der bis dato unbekannten Kriegsverbrechen. Interessant hier: es wurden nur solidarische Propagandaposter der DDR ausgestellt. Wie es um Westdeutschland stand, ist mir unklar…

Auf unzähligen schwarz-weiß Fotografien (von Canon restauriert) sind Szenen des Kriegs, mehr oder weniger sachlich kommentiert, dargestellt.

Hier möchte ich darauf hinweisen, dass am Ende dieses Beitrags dramatische Bilder zu sehen sein werden, die nicht für jedermanns Augen bestimmt sind.

Von den endlosen Gräueltaten blieben mir Fotografien im Gedächtnis, auf denen zu sehen ist, wie vermeintliche Vietcong lebend aus den Hubschraubern der Amerikaner geworfen wurden. Wie GIs Kleinkinder mit ihren Colt-Pistolen „verhörten“. Wie amerikanische Soldaten Köpfe und Gliedmaßen der Vietcong als Trophäen sammelten. Wie Vietnamesen unklarer Orientierung (kommunistisch oder kapitalsitisch) lebendig hinter Panzern hergezogen wurden, bis ihnen schließlich der letzte Odem entfloh. Wie auch hier Water-Boarding als Foltermethode angewandt wurde. Welche erschrenkenden Folgeschäden das Entlaubingsmittel Agent Orange mit dem teratogenen Dioxin in den damals Neugeborenen hinterlassen hatte und wieviel des Landes wirklich damit besprüht wurden. Wie grausam und schmerzhaft Napalm und Phosphor Bomben für die (zivil-)Bevölkerung gewesen sein mussten. Wie lange es dauerte, dass sogar Exsenatoren der USA zu eindeutigen Massackern bei den sogenannten Search and Destroy Missionen stehen mussten.

Doch nun zu zwei schockierenden Bildern aus dem Museum, um sich grob vorstellen zu können, wie grafisch das Gräuel dort dargestellt wurde:

Zum einen ein Opfer einer Phosphorbombe und zum anderen ein GI, der sich um die Überreste eines Vietnamesischen Soldaten kümmert.

Nach dem Besuch dieses Museums ist man wirklich wie in einer anderen Welt und versucht durch Recherche das Ganze ein wenig besser zu verstehen.

Im Endeffekt ging es nur um Macht.

Es sollte einem aber auch klar sein, dass die Berichterstattung natürlich von vietnamesischer Seite erfolgt. Für ein umfassendes, weniger beeinflusstes Bild, sollte man natürlich auch andere Quellen zu Rate ziehen. Dies soll aber keinesfalls die eindeutigen Kriegsverbrechen, die skrupellose Grausamkeit und Experimente des Vietnamkriegs verharmlosen.

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