Tag 5 und fortwährend (bis Tag 8)

Der Morgen beginnt, wie der Abend endete: kurz nach dem Sonnenaufgang ab in den Pool und erstmal dort entspannen! Da kam schon guter Urlaubsflair auf 😉

Nach ein paar Stunden in dieser Lage sind wir dann solide 5min mit dem Jeep gefahren, um einen 1h Hike zu einem Aussichtspunkt um den … River zu sehen. Zwischen Felsspalten, über teils Geröll und teils befestigte Treppen etc. Geht es zu deinen ganz netten Lookout. Bei absolut drückender Mittagshitze haben wirs uns trotzdem nicht nehmen lassen, die Drohnen steigen zu lassen. Beim Rückflug nur noch Akku für 1 Minute, keine Sicht auf die Drohne und somit kaum Plan, wohin egtl. – war spannend und ging gut aus. Einmal noch auf den entfernten unbefestigten Lookout klettern, Bilder schießen und wieder runter. Am Flußufer mussten wir leider feststellen, dass auch hier wegen Wet Season der Kayak Verleih geschlossen ist. Eine geführte Motorbootstour war uns dann aber erstens zu spät am Tag und zweitens zu teuer.

Also ging es wieder nach Katherine. Dort das Auto beladen – wir brauchen Futter für 5 Tage mindestens. Lustig war auf jeden Fall, dass ich hier im Woolworths Raph und Maria-Johanna wieder getroffen habe! Die Welt ist klein. Deren Auto läuft mittlerweile auf jeden Fall rund, verbraucht halt trotz neuer Zündkerzen immer noch 20l. Das Wiedersehensselfie hat er mir leider noch nicht geschickt…

Zum Abschluss unseres Besuchs in Katherine ging es zu den hiesigen Hot Springs. Auch nicht hotter oder cooler als die anderen Wasser, in denen wir waren, aber dank schmalem Durchfluss zw. Mangroven mit Strömung ganz nice für Chris und Guils wasserdichte Kameras.

Danach ging es weiter nach Mataranka auf einen Campingplatz. Ganz nette Anfahrt, kleines verlassenes Dörfchen als letzter „zivilisierter“ Stop vor der Wüste. Bzw. alle 200km mal eine kleine Hausansammlung – aber das werden wir ja sehen. Auf jeden Fall bemerkenswert waren die hier lebenden Pfaue, die als kleine Squads regelmäßig unser Lager in Augenschein genommen haben und sich dabei bis auf wenige Zentimeter an und herangetraut haben.

Nach Sonnenuntergang war es dann an mir, die 12 Känguruburger rauszubraten. Ein Genuß! Das Fleisch schmeckt ein bisschen „wilder“ als Beef, hat aber dank des Lebensstils eines Kängurus ca. 0% Fett und somit nur Muskelfaser/Protein. Absolute Kaufempfehlung!

Der nächste Tag beginnt in sengender Hitze… also zügig in den Pool des Elsey National Parks. Auch hier wieder alles einigermaßen für den Tourismus hergerichtet, aber dennoch schön.

Besonders aufgefallen sind hier die tausenden Flying Foxes in den Palmen. Wirklich. Tausende. Man konnte sie bzw. deren Scheiße schon am Parkeingang riechen 😉 Mich hat es nach der Lonely Planet Studie für die nächsten Tage auf einen kleinen Hike Richtung Stevies Hole. Ein weiterer Naturpool, allerdings wegen Krokodilgefahr nicht fürs Baden geöffnet. Doch der Weg dorthib war gant nett, rote Erde, pralle Sonne – so machen 3km Marschweg um 12 Uhr Spaß.

Memo:

Für 3km brauch ich noch kein Extrawasser 😉

Nachmittags ging es dann auf den weiteren Weg Richtung Alice Springs. Nächster Stop soll der 160km entfernte (einzige) Ort Daly Waters sein. Historisch bedeutsam, da hier seit 1930 ein Outbackpub steht. Das Innenleben ist mit Mitbringseln aller Art ausgeschmückt: von Unterwäsche und BHs über Aufnähpatches und Trikots bist hin zu Fahnen und dem Wappen des Freistaats Bayern. Auffallend ist auch die riesige Wand mit Geldscheinen aus mittlerweile aller Welt. Ursprünglich pinnten Farmer ein paar Dollar mit ihrem Namen drauf an die Wand, damit sie bei der Rückkehr auf jeden Fall einen Drink bekämen. Mittlerweile ist es eher ein „I was here“ Gag – siehe an dem 10 DM Schein! Zu Essen gab es leckere Sandwiches, leider gibts die berühmten Burger nämlich nur zu Dinnerzeiten. Ebenso wie die Livemusik und jegliche andere „Kundschaft“ 😉

Weiter nach Newcastle Waters. Supposed to be a ghost town. Aber wir wurden eines besserrn belehrt: einfach eine kleine Ansammlung von Indigenen Wohnhäusern, manche verlassen, manche definitv abweisend gegenüber Besuchern, sowie eine Schule und ein zentrales Monument – eine Settler Statue.

Hier haben wir nichtmal den Jeep verlassen und sind bei bereits einbrechender Dunkelheit zum nächstbesten Campingspot abseits des Stuart Highways. Wassertanks dort: leer. Boden: betonharter roter Sand. Temperatur angenehm, nachts sogar zum erstem Mal eine Decke nötig.

Zum ersten mal ausgeschlafen und eine entspannte Nacht bei angenehmen Temperaturen gehabt ging es am Tag 7 früh aus den Federn: Abfahrt war auf 8 Uhr gesetzt, da heute an die 400km auf dem Plan stehen. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, sodass das Abbauen des Camps zügig geht – Frühstück braucht keiner so recht, also zack boom 0740h rörte der V6 los!

Wenige Kilometer später erreichten wir Elliot. Ein kleines Dorf am Highway, in dem eigentlich nur fürs Tanken hielten, da der angrenzende See, der als „Dusche“ geplant war, nicht für Touristen zugänglich ist. Ganz wertlos war der Stop aber nicht, da die dunklen Straßen, der rote Sand und die Metallschilder irgendwie Flair aufkommen ließen.

Ähnlich kurz hielten wir uns in über 100km weiter liegenden Renner Springs auf. Hier zieren eine Tankstelle, ein Motel und ein Pub den Highway. Bier gav es diesmal zwar auch, allerdings entschieden wir uns für industriellen Eiskaffee und füllten unseren Frischwassertank auf, ehe es weiter ging.

Auf der weiteren Fahrt war die Straße teilweise über 50km einfach nur gerade aus gerichtet. Links und rechts der Fahrbahn reduzierte sich die Vegetation seit Elliot (die Grenze zu den tropischen Breitengraden) merklich. Irgendwann bemerkte ich am Horizont grauschwarze langezogene Wolken und dachte mir schon:

Shit. Da regnets und wir werden Zeuge der berüchtigten Springfluten.

Je näher wir kamen wurde uns aber zunehmend klar, dass es sich dabei wohl um ein Bushfire handelt. Das war schon irgendwie beeindruckend, allerdings bei 39 Grad im Schatten auch nicht verwunderlich.

Die vorerst größere Stadt mit geplantem längeren Aufenthalt war dann nach ca. 300km Tennant Creek. Ein ganz ansehnliches Städtchen, in dem der Goldrausch des 20ten Jahrhunderts aufblühte. Umgeben von Felsformationen und alten verlassenen Goldminen wirkt es schon fast einladend.

Leider hatten wir um Zuge des Dahinreisens vergessen, dass bereits Sonntag ist, und somit das interessant angepriesene Battery Hill Mining Museum pünktlich zu unserer Ankunft schloss. Dh. die Untertagetour und/oder der Goldwaschversuch muss auf die Rückfahrt von Alice verschoben werden. Hier dennoch schon ein paar Eindrücke:

Das alternative Museum über Aborigines Kunst hat uns dann nivht ganz so interessiert, also was tun mit der gewonnenen Zeit? In Devils Marbles wird es wohl kaum Schatten geben, dachten wir uns. Also legten wir eine kleine Mittagspause am Lake Marie Ann ein. 5km Fahrt bringen da einen auch nicht um. Hier gab es sogar Duschen! Chris freut sich sichtlich: 😉

Das für mich interessanteste allerdings waren die dort ansässigen Pfaue. Again? Are you serious? Ja! Denn, diesesmal waren sie zum einen im schönen Sonnenlicht und zum anderen habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein aufgeschlagenes Pfauenrad im echten Leben – live – gesehen. Mich hat das beeindruckt 😉

Doch der wohl schönste Spot des Tages sollte wohl unser Camping Platz direkt am Devils Marbles Nationalpark sein. Riesige runde balancierte Steinkugeln locken hier die Touristen v.a. zum Sonnenauf- und untergang. Doch für die Indigenen hat dieses Areal eine religiöse Bedeutung: ein Ort des Träumens, eine Wasserstelle aber vor allem eine feste Verbindung der Aborigines zu diesen Murmeln auch Karlu Kalru genannt. Diese Bedeutung geht sogar so weit, dass bestimmte Felsformationen nicht fotografiert werden sollen, die meisten erst recht nicht erklommen… es blieben dennoch genug Steine übrig, um schöne Bildchen zu schießen 😉

Sonnuntergangszeit war dann Drohnenzeit sowie Spaghetti Bolognesezeit – trotz Probleme mit unserem Kühlschrank, hielt sich das Hackfleisch die letzten Tage und das Bier war auch erfrischend kühl!

Besonders angetan hats mir eine wirklich balancierte Murmel einen ca. 20min Bushwalk entfernt. Hier habe ich tagsüber mit der Kamera und Drohne gespielt als auch nachts dann beim Sternenhimmel. Die Anreise durch kniehohes Gras bei multiplen Reflektionen von Augenpaaren im Gebüsch (Schlangen? Spinnen? Goldsplitter?) war dann auch recht aufregend. Aber keine Sorge, wir haben nichts riskiert 😉

Den Sonnenaufgang hingegen haben wir solide Verschlafen. Noch 400km weiter nördlich fand dieser aber halt auch noch wesentlich später statt. Kann ja keiner wissen, dass man hier um 0515h schon los muss 😉 dank mangelnder Wolken fehlte dann aber eh die Dramatik, wie beim Sonnenuntergang, sodass ich nicht allzu enttäuscht war. Dafür gabs Spaß bei der cracked Marble:

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Eine weitere Ruhenstandsidee wurde mir präsentiert. Bei Devils Marbles haben wir ein austrlalisches Rentnerpärchen getroffen, das Haus und Grund verkauft hat, um seit ca. 10 Jahren im Caravan zu wohnen und Australien zu bereisen. Die beiden wirkten so entspannt und zufrieden, dass man sich nichts anderes zu wünschen traute.

Aber jetzt, auf nach Alice Springs! Tag 8 kündigt die letzte Etappe an! Egtl. besteht diese so gut wie nur aus Fahren und der Suche nach Trinkwasser.

Ein kurzer Stop im Barrow Creek Pub für Great Nothern Beer und Bacon&Egg. Die Einrichtung ebenso Erinnerungsreich wie in Daly Waters – FC Bayern München, Bayr. Polizei, 60er Löwen uvm. hängt hier an den Wänden. Beeindruckend war der Wirt, der bei jedem Gast auf Nachfrage dessen Herkunft immer 5 spezifische Sticker/Mitbringsel zeigen konnte. Bei mir eben Bavaria, bei Guil South of France. Auch beedruckend: die Schlangensammlung unter dem Eagle of Freedom 😉

Das Trinkwasser füllten wir zum ersten mal u.a. bei einem Tank auf. Die Aufschrift beunruhigte ein bisschen:

Water may not be suitable for drinking.

Also egtl. ist es Trinkwasser, wenn aber ein Tier im Tank verreckt, dann eben nicht mehr. Ranger Alex kostete es, erklärte es für rein und schon war das Problem gelöst 😀

Auf Höhe Aileron, 130km vor Alice, machte eine 12m Hohe Statue auf den dort leider geschlossenen Aborigines Art&Souvenirs Shop aufmerksam. Kaufen konnte man also nichts, aber fotografieren.

Aber dann wars endlich geschafft: nach ca. 450km bei im Schnitt 80km/h erreichten wir unsere Nachtstätte für den kommenden Datumswechsel. Etwas 20km auserhalb von Alice Springs campiren wir hochoffiziell for free am Marker of Tropic of Capricorn (Latitute 23-442028 / Longitude 133-833111). Die kommenden Tage werden mittles Lonely Planet und Stefan Loose Reiseführer geplant, Thunfischwraps verspeist, ein Bierchen gezwitschert und der Abend einfach genossen.

Morgen beginnt dann nach 8 Tagen (An)reise das Kapitel Alice Springs, Kings Canyon, Uluru Peak und wer weiß, was sonst noch 😉

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